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(Quelle: zdf.de, auszugsweise)

 Seit den fünfziger Jahren gibt es hier regelmäßige Messungen von Lebensmitteln und Böden. Die Werte geben Aufschluss darüber, wo und wie lange Radioaktivität erhalten bleibt. Erhöhte Werte gab es nach den Atomwaffentests der fünfziger Jahre und nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl. Wegen seiner langen Halbwertszeit von 30 Jahren ist Cäsium 137 (Cs-137) ein wichtiges Element zur Überwachung von Radioaktivität. Nach Tschernobyl wurden große Mengen davon in der Luft nach Deutschland transportiert. Starker Regen im Süden Bayerns (Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und die Oberpfalz) sorgte dafür, dass die Konzentrationen dort besonders hoch waren. Im nordöstlichen Frankenwald und südöstlichen Thüringerwald liegen die langjährigen Auswertungen (Veterinäramt Hof, siehe auch Rubrik "Downloads") deutlich unter dem zulässigen Grenzwert.  

Heute, 30 Jahre nach dieser Katastrophe, sind erst 49 Prozent des Cäsiums zerfallen. In Lebensmitteln  ging die Radioaktivität jedoch schon nach wenigen Jahren stark zurück. Die Hauptursache liegt in der Beschaffenheit der Agrarböden. In tonreichen Böden mit einem neutralen oder basischen pH-Wert ist Cäsium an die Bodenpartikel gebunden und kann deshalb kaum von den Pflanzen aufgenommen werden. Die geringe Belastung der Futterpflanzen beeinflusst wiederum direkt die im Wildfleisch gemessene Radioaktivität. Link _

 

Messpunkte des Bundesamtes für Strahlenschutz:

95030  Hof
Höhe über NN
567 m
2h Schwellenwert
0.122 µSv/h
Kosmisch
0.050 µSv/h
Terrestrisch
0.057 µSv/h

 

95179  Geroldsgrün
Höhe über NN
620 m
2h Schwellenwert
0.110 µSv/h
Kosmisch
0.051 µSv/h
Terrestrisch
0.040 µSv/h

 

  1. Lagebericht (mit Interaktiver Karte )
  2. Kontakt / eMail

 

Um die Daten schneller weiterzugeben, verzichtet das BfS auf eine Prüfung der Daten vorab. Bei ca. 1800 kontinuierlich messenden, automatischen Sonden kommt es immer wieder vereinzelt zu Ausfällen oder technisch bedingten Fehlmessungen. Es ist daher darauf hinzuweisen, dass bei Einzelwerten Fehler auftreten können, während benachbarte Sonden keine Auffälligkeiten zeigen.

Diese Diagramme werden alle 6 Stunden erneuert. Bei außergewöhnlichen Erhöhungen melden sich die Sonden sofort und alarmieren die BfS-Rufbereitschaft. Auch können heftige Regenschauer die Folgeprodukte des natürlich vorkommenden Radons aus der Atmosphäre auswaschen und auf dem Boden deponieren. Dies führt zu kurzfristigen, in den 2-Stunden Mittelwerten gut sichtbaren Erhöhungen der ODL, die sehr schnell nach dem Ende der Niederschläge wieder abklingen. Alle Daten werden nachträglich geprüft und danach in der Zeitreihe der Tagesmittelwerte aufgenommen.


 

Entnahme von Proben beim Wildschwein zur Untersuchung auf Trichinen & Wild-Krankheitssymptome (allgemein). Eine Anleitung für Jagdausübungsberechtigte

Link: http://www.luechow-dannenberg.de/Portaldata/2/Resources/kld_dateien/landkreis/landkreis_dokumente/Trichinenprobenentnahme2_DAN.pdf

  

 

Die AmtstierärzteDie Amtstierärzte

Um sicherzustellen, dass nur einwandfreies Wildbret auf den Teller des Verbrauchers kommt, hat der Landesjagdverband ein flächendeckendes Netz von Messstationen in ganz Bayern aufgebaut. Dort wird das Fleisch von Schwarzwild kontrolliert, bevor es in den Handel kommt. Für diese Kontrolle stehen in Bayern als einziges Bundesland 108 Messstationen zur Verfügung. Sie werden vom BJV mit seinen Kreisgruppen in Eigenregie unterhalten. Jeder Verbraucher, der Schwarzwild kauft, kann das Messprotokoll einsehen.

Fleisch, das mit mehr als 600 Becquerel pro Kilo belastet ist, muss nach den strengen deutschen und europäischen Fleischhygiene-Richtlinien vernichtet werden. Es ist  zum Verzehr nicht mehr geeignet. Der Jäger wird hierzu kostendeckend entschädigt.

Hintergrund: 

Auch knapp 30 Jahre nach Tschernobyl kann in einigen Teilen Bayerns beim Schwarzwild noch keine Entwarnung gegeben werden. Die Ablagerung radioaktiver Isotope auf die Böden als Folge des Gaus 1986 im damaligen sowjetischen Unglücks-Meiler fiel europaweit unregelmäßig aus. Während in weiten Teilen Bayerns die erlegten Wildschweine unbelastet oder nur geringfügig belastet sind, beobachtet der BJV in den Fallout-Regionen im Winter und Frühjahr teilweise Überschreitungswerte. Die Regionen mit den höchsten Schwarzwildpopulationen wie Unterfranken blieben von den kontaminierten Niederschlägen verschont. Zu den belasteten Fallout-Gebieten gehören das Voralpenland, Teile Schwabens und der Bayerische Wald.

In diesen Kontaminierungsregionen kann die durchschnittliche Überschreitung des Grenzwertes im Jahresdurchschnitt bei 30 bis 50 Prozent liegen. Ursächlich ist hierfür die Ernährung der Wildtiere im Wald. Die Belastung bei Wildschweinen ist hauptsächlich darauf zurück zu führen, dass sie sich von Hirschtrüffeln und Maronenröhrlingen ernähren, die als Radionuklidsammler gelten, das heißt, diese Pilze reichern strahlendes Cäsium 137 stärker an als andere Pilze.

Durch die Katastrophe vom 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl wurde bekanntlich unter anderem das radioaktive Isotop Cäsium 137 freigesetzt - und durch Wind auch in unsere Gegend verfrachtet. In den folgenden Tagen spülte Regen den radioaktiven Fallout aus der nuklearen Wolke in den Boden. Wild, das nur oberirdisch wachsende Pflanzen äst, nimmt nur sehr wenig der im Boden lagernden Schwermetalle auf, deshalb sind Hirsch, Reh und Hase fast gar nicht betroffen. Die Wildschweine, unser Schwarzwild, graben aber gerne auch im Boden nach Wurzeln, Engerlingen und Pilzen. Insbesondere Pilze sind radioaktiv belastet, da sie Schwermetalle einlagern, und damit auch das Cäsium 137. Es kann also sein, dass Fleisch von Wildschweinen, die in kontaminierten Gegenden leben, auch radioaktiv belastet ist. Wir Jäger sind dem Verbraucherschutz verpflichtet und sorgen deshalb dafür, dass durch Messungen der Radioaktivität eventuell belastete Tiere nicht in den Verkehr gebracht werden. Über ganz Bayern wurde vom Bayerischen Jagdverband ein Netz von Messstellen für Cäsium 137 eingerichtet. Unsere Untersuchungsstelle befindet sich in Hof. Revierinhaber müssen im Fall von Grenzwertüberschreitungen die unschädliche Entsorgung des Wildkörpers nachweisen. Der Jäger darf sein Wildschwein auch selbst verzehren. Falls er nicht über einen längeren Zeitraum mehrmals täglich belastetes Wildfleisch zu sich nimmt, ist das gesundheitlich unbedenklich. (Quelle: BJV)

Sind in der Vergangenheit auffällige Werte aufgetreten?
Im Altlandkreis Naila ist die radioaktive Belastung des Schwarzwildes vergleichsweise gering - der Grenzwert liegt bei 600 Becquerel. Dennoch lassen wir auch in Jagdrevieren mit erfahrungsgemäß sehr geringen Strahlungen zumindest stichprobenartig die Werte prüfen. Im Allgemeinen liegen die Messwerte etwa zwischen 40 und 150 Becquerel. Die höheren, aber völlig unschädlichen Zahlen werden in der Regel im Winterhalbjahr gemessen, wenn sich die Sauen bevorzugt im Wald aufhalten und dort nach den Hirschtrüffeln graben.

Wie lange sind nach Ihrer Ansicht solche Untersuchungen noch notwendig?
Bei einer Halbwertszeit von etwa 30 Jahren ist in den damals kontaminierten Gebieten immer noch mehr als die Hälfte der Strahlung erhalten. Nach weiteren 30 Jahren wird sie erst auf ein Viertel des ursprünglichen Wertes von 1986 abgeklungen sein. Das Problem wird uns im Grundsatz also für die nächsten Generationen erhalten bleiben. Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass man mit der Natur unbedingt behutsamer umgehen sollte.   (Stefan Eul, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Naila, FP-Interview)