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Wildernde Hunde;  eine permanente Gefahr für unser heimisches Wild

    Dass der Stammvater aller Hunde der Wolf ist, ist hinlänglich bekannt. So ist auch leicht nachvollziehbar, dass in jedem Hund mehr oder weniger stark der Jagdtrieb vorhanden ist, den der Hund meist zum Ärger seines Besitzers ausleben möchte. Doch was für den Besitzer nur ein Ärgernis ist, stellt für das Wild eine sehr große Gefahr dar. 

   Der Wald lockt zum Spaziergang, zum Radfahren oder zum Ausritt. Mit Waldi oder Struppi macht der Waldspaziergang noch mal so viel Spaß. Viele Hundehalter geben ihren Vierbeinern vollen Auslauf und Bewegung - ohne Leine. Zwar dürfen kleine Hunde im Wald frei laufen, aber nur in Sichtweite des Herrchens. Für den Reiter oder Radfahrer mit Hund dürfte das schon Schwierigkeiten machen. Schnell ist der Hund im Unterholz verschwunden. Was nun mit dem Rad oder dem Pferd? Vor ähnlichen Problemen steht auch der Langläufer und Jogger mit Hund im Winter. Manch ein Hundefreund denkt, dass sein Hund so etwas niemals machen würde. Irrtum!

Jeder Hund ist in seinem tiefsten Innern ein Wolf. Gleich ob Schäferhund, Dackel, Pudel, Terrier oder der kinderliebe Mischling von nebenan. Ihrer auch, falls Sie einen haben. 

   Gerade im Frühjahr, in dem die Rehgeißen kurz vor dem Setzen (Gebären) stehen, haben sie meist zwei Kitze im Bauch und kaum eine Chance dem „Hund der gerade Mal ausgebüchst ist“, oder „ doch nur mal spielen wollte“ zu entkommen. Wenn der Hund mit dem „Spiel“ fertig ist und zurückkehrt, weiß sein Besitzer leider nicht was in diesen 5 oder 10 Minuten geschah. Wenn das Reh Glück hatte, konnte es wirklich mit seinem „hochschwangeren Bauch“ fliehen. Aber leider sieht es in den Revieren oft genug anders aus, eine solche Hetze endet meist für das Reh mit Verletzungen. Fehlgeburten sind durch die starke Aufregung ebenfalls gegeben. Doch oft genug endet dieser Wettlauf für das Wild tödlich. Welche Qualen das Tier bis zu seinem Exitus durchleben musste, können wir uns kaum vorstellen, denn unsere Familienhunde kennen kaum den tödlichen Biss in den Hals des Tieres, der es sofort verenden lässt und so beißt er immer wieder ins Hinterteil, wo er das Tier nur fassen kann. 

   Dass Jäger, die ein solches jammerndes, halbzerfetztes Tier auf ihren Reviergängen erlösen mussten - sich nicht jedem Hundebesitzer und seinem nicht folgen wollenden Hasso, mit sonst ausgesuchter Höflichkeit nähern, mag nicht verwundern.   

   Hunde gehören im Wald an die Leine. Die Jäger und Waldbesitzer in unseren Jagdbezirken sind sehr betroffen. Sie ärgern sich permanent über wildernde Hunde. Regelrechte Hetzjagden finden da statt. Immer wieder werden Rehe von Hunden förmlich totgehetzt. Haben freilaufende Hunde einmal Witterung aufgenommen, kennen sie kein Halten mehr. Sie stammen ja schließlich alle vom Wolf ab. Wölfe wurden nicht wie unsere Hunde gefüttert. Sie mussten immer für ihr Überleben durch Jagen sorgen. Dieser Jagdtrieb steckt in jedem Hund, mehr oder weniger ausgeprägt. 

   Darum hier der eindringliche Appell an alle Hundebesitzer, nehmen sie in den Frühjahrsmonaten, wenn Sie mit Ihrem Tier in Wald und Flur Gassi gehen und gemeinsam die Natur genießen wollen, ihren Hund an die Leine oder halten sie, wenn er wirklich auch bei starken Ablenkungen auf Sie hört, ihn in Ihrer unmittelbaren Nähe.

  Denn wir sind nicht der Meinung, dass ein Wildtier einfach nur eine „Sache“ ist, dessen Tod durch einen unkontrollierten Hund qualvoll herbeigeführt oder durch einen Geldbetrag ausgeglichen werden kann. Dies schafft Leid und Verdruss den keiner möchte - und wir sind  alle Naturliebhaber, aber in unserer reduzierten Landschaft geht es nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme und darum bitten wir Sie alle aufrichtig.

Mehr zu diesen redigierten Auszügen (s.u.) und Bilder:

link:

http://www.obernburg.de/aktuelles.asp?naviid=%7BD6F5BDD9-0772-45B7-BE8E-046EF320CE84%7D&ORGID=%7B3F43A2FF-0AA1-4AA2-ADC3-1D29EAC99BFE%7D

http://www.main-netz.de/nachrichten/region/obernburg/obernburg-kurz/art4002,2632152

pdf:
http://www.bjv-obernburg.de/Dateien/Wildernde%20Hunde2.pdf

 

Links zu Frankenpost Artikel Problem Wildernde Hunde  12.04.2015 u 13.04.2015

http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Grosse-Hunde-gehoeren-an-die-Leine;art2443,4017306

http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Naila-Freilaufende-Hunde-verletzen-Mann-und-Reh;art2443,4014740 


 

12.01.17 11:00 aktualisiert: 13.01.17 06:11
TITTMONINGER JÄGER BESTÜRZT
Ärger um gerissene Rehe: Was tun mit wildernden Hunden?
von Xaver Eichstädter
Tittmoning - Zwei tote Rehe in der Salzachau bei Tittmoning allein im Dezember: Sollten Hundehalter ihre Vierbeiner verlässlicher anleinen und ist der Jäger "dann wieder der böse", falls er schießt?
Die Aufregung bei Stadtrat Norbert Huber war groß: "Mitte Dezember wurden in der Au zwei Rehe von Hunden gerissen. Die laufen dort frei herum, obwohl eine Anleinpflicht gilt. Die Kadaver wurden dann einfach ins Holz geworfen. Es wäre ein besserer Naturschutz, wenn die Hundehalter mehr aufpassen." Huber forderte in der Stadtratssitzung am Dienstag schließlich, die Anleinpflicht besser zu überwachen.
Jäger dürfen schießen, wenn...
Wie also sollten Hundehalter und Jäger mit solchen Fällen umgehen? Schon oft sorgten Jäger für Aufregung, die wildernde Hunde erschossen. "Wenn der Jäger dann einfach handelt wird wieder über ihn geschimpft, dann ist er wieder der Böse", so Stadtrat Huber.
Bürgermeister Konrad Schupfner erinnerte daran, dass die Anleinpflicht für Hundehalter genau genommen nur auf öffentlichem Grund besteht und nicht auf Privatgrund. Doch ein wildernder Hund müsse von Jägern erschossen werden. Damit traf Schupfner auch die Rechtslage: Im Bayerischen Jagdgesetz ist geregelt, dass Jäger eine "Tötungsbefugnis" haben, wenn ein Hund erkennbar einem Wild "nachstellt" und wenn aufgrund von Rasse und Größe des Hundes auch eine konkrete Gefährdung gegeben ist.
Gerissenes Reh auch in Nußdorf am Inn gefunden
Die Anleinpflicht gilt in Tittmoning aber nur für Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern. Gestraft wurden Hundehalter in solchen Fällen bisher meist nur dann, "wenn die öffentliche Ordnung gefährdet war", wie Konrad Schupfner betonte: Also beispielsweise dann, wenn Kinder angegangen wurden. "In den anderen Fällen müssen wir genau wissen, wo und wann ein Hund gewildert hat und wer der Hundehalter ist", so der Bürgermeister.
Zumindest auf eines konnte man sich einigen: Schupfner versprach, in der Salzachau künftig wieder Schilder aufstellen zu lassen, dass Hundehalter ihre Vierbeiner anleinen sollten.
Erst am Mittwoch machte ein ähnlicher Fall aus Nußdorf am Inn Schlagzeilen: Dort fand eine Spaziergängerin ein blutendes, gerissenes Reh - es musste von einem Jäger schließlich erlegt werden, da jede Hilfe zu spät kam.
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Quelle: chiemgau24.de : https://www.chiemgau24.de/chiemgau/rupertiwinkel/tittmoning-ort47666/aerger-gerissene-rehe-tittmoning-wildernden-hunden-7211916.html