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Maisanbau nimmt weiter zu ...

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat bereits mehrfach auf den Zusammenhang von Klimawandel und Anstieg der Wildschweinpopulation hingewiesen. Europaweit ist das Wildschwein auf dem Vormarsch und besiedelt inzwischen sogar kältere Bergregionen in Österreich und in der Schweiz. Mit Dänemark und Schweden hat der anpassungsfähige Allesfresser auch Nordeuropa erobert. Durch Jagd lässt sich das Anwachsen der Population zwar auf regionaler Ebene effektiv eindämmen, eine weitere Ausbreitung des Wildschweins kann jedoch nicht verhindert werden. Unter anderem deshalb, weil der Mensch die Kulturlandschaft in den vergangenen 30 Jahren massiv umgestaltet hat. So stieg die Anbaufläche von Raps und Mais in diesem Zeitraum um das 26-fache, der Ertrag pro Fläche - und damit die verfügbare Wildschweinnahrung - hat sich auf deutschen Feldern nahezu verdreifacht. Zudem sorgt der derzeit laufende Umbau zu naturnahen Wäldern mit hohem Buchenanteil in den nächsten Jahrzehnten großflächig für weitere Nahrung.

 

 

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Die Entwicklung der Maisflächen in Bayern ist weiterhin besorgniserregend.
In Bayern wurden im Jahre 2012 rund 537 039 Hektar Mais angebaut, 
im Jahr 2013 sind es 540 008 Hektar.
Blühflächen und Bejagungsschneisen machen nur ein Prozent aus ...

 

Auf ein Wort ...
Der Maisanbau ist in 2014 auf rund 550.000 Hektar angestiegen und stellt für die Landwirte eine gute Einnahmequelle dar, die möchte ich niemandem streitig machen. Doch mehr und mehr entwickelt sich der Mais zur Monokultur und führt zur Verarmung von Boden, Fauna und Flora. Der Mais ist nur „saugerecht“ und liefert Vollmast jedes Jahr.
Vielen anderen frei lebenden Tieren entzieht er die Lebensgrundlagen. Eine landwirtschaftliche Nutzung ohne Rücksicht auf die in der Feldflur heimischen Lebewesen aber steht im Widerspruch zur gesetzlichen Verpflichtung der Grundeigentümer zur Hege (BJG § 1 Abs. 1 & 2). Doch damit nicht genug. Die rücksichtslose Nutzung macht das Bild des Landwirts als Naturschützer und Landschaftspfleger unglaubwürdig. Deshalb sollte ein Teil des Erlöses aus der Maisernte in „angemessene Ausgleichsflächen“ fließen, damit der Grundsatz: „Leben und leben lassen“ gewahrt bleibt. 
Solche Ausgleichsflächen in und um den Mais sind auch noch aus einem anderen Grund unabdingbar: Sie sind Voraussetzung, dass am Maisfeld überhaupt Schweine erlegt werden können. Das Problem ist längst erkannt, doch es fehlt vielerorts die Bereitschaft, die Reduzierung der Schwarzwildbestände und die Reduzierung der Wildschäden gemeinsam anzugehen. Doch ohne Unterstützung und Mithilfe der Landwirte kann das Schwarzwildproblem nicht gelöst werden.
In rund 550.000 Hektar Mais wurden gerade einmal zwei Prozent Schussschneisen angelegt, und das obwohl Programme wie „Blühende Maisfelder“ die Anlage solcher Bejagungsschneisen fördern und einen finanziellen Ausgleich bieten. Das zeigt für mich nur eines: Desinteresse am Bejagungserfolg und Geringschätzung des immensen zeitlichen und finanziellen Aufwands der Jäger. Da bleibt dem Pächter doch nur eines: Er teilt seinem Jagdvorstand mit, wenn die zur Bejagung und Wildschadenreduzierung notwendigen Schussschneisen im Mais weiterhin „verweigert“ werden, wird für diese Flächen auch kein Wildschaden mehr bezahlt. Den hat dann die Jagdgenossenschaft zu ersetzen. So jedenfalls sagt es das Gesetz. (Quelle: BJV Hubert Hertlein)

Link zu Schwarzwildstrategie und Bestandsentwicklung: http://www.jagd-bayern.de/fileadmin/_BJV/Jagd_In_Bayern/jib_2015_07/28-31_JiB_7_15_Schwarzwild_Nahrungsangebot.pdf

http://www.jagd-bayern.de/fileadmin/_BJV/Jagd_In_Bayern/jib_2015_07/34-37_JiB_7_15_Schussschneisen_im_Mais.pdf

 




 

 

Video zum Wiesenhobel: http://www.youtube.com/watch?v=uwMbslgQvc0&feature=player_embedded