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Presse-Echo

Frankenpost (FP)

 

  • Link zu Frankenpost Artikel Vor sechs Jahren hat die Kreisgruppe Naila des Bayerischen Jagdverbandes nach 26-jähriger Pause die Tradition der „Hubertusjagd“ wieder aufleben lassen. In diesem Jahr gab es nun erstmals eine revierübergreifende Jagd  http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,925076

Links zu Frankenpost Artikeln  Jäger als Landwirte vom 25.06.2011
(1)
http://www.frankenpost.de/lokal/muenchberg/mhtz/art2441,1678668 
(2) http://www.frankenpost.de/lokal/muenchberg/mhtz/art2441,1678667

Link zu Frankenpost Artikel Die Schonzeit beginnt pünktlich 13.01.2012 09:52 Uhr  http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/art2443,1867196

 Link zu Frankenpost Artikel Die bleierne Gefahr 18.01.2012 08:54 Uhr  http://www.frankenpost.de/lokal/hofrehau/hof-land/Die-bleierne-Gefahr;art2438,1871652  neu 15.08.12: http://www.frankenpost.de/lokal/fichtelgebirge/wunsiedel/Vom-Schuss-zum-Genuss;art2460,2057248

Link zu Frankenpost Artikel Am Todesstreifen für Hirsche 27.10.2012 06:04 Uhr http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Am-Todesstreifen-fuer-Hirsche;art2443,2162335

Link zu Frankenpost Artikel Den Feldhasen geht es nicht gut - sie werden immer weniger. Die Kreisgruppe Naila der Jägerschaft setzt sich dafür ein, dass Landwirte sogenannte Blühstreifen anlegen, in denen Hasen Nahrung und Deckung finden http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Jaeger-sorgen-sich-um-die-Hasen;art2443,3286264 18.04.2014 15:53 Uhr

 

Link zu Frankenpost Artikel Problem Radioaktivität      14.06.2014
http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Das-Problem-Radioaktivitaet-bleibt-uns-erhalten;art2443,3401855

 

Links zu Frankenpost Artikel Problem Wildernde Hunde  12.04.2015 u 13.04.2015

http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Grosse-Hunde-gehoeren-an-die-Leine;art2443,4017306

http://www.frankenpost.de/lokal/naila/naila/Naila-Freilaufende-Hunde-verletzen-Mann-und-Reh;art2443,4014740 

 


 

TV-Beitrag: Unser Land (11.09.2015)

Die gelb blühende Pflanze "Silphium perfoliatum", kurz Silphie oder auch Becherpflanze genannt, wird bis zu drei Meter hoch. Sie wächst mehrjährig, ist robust und eignet sich als Fütter für die Biogasanlage - eine Alternative zu Mais?

 video:  http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unser-land/becherpflanze-silphie-100.html#tab=bcastInfo&jump=tab
Moderation: Christine Schneider
Autor: Ulrich Detsch
Redaktion: Christine Schneider, Margit Lendzian

Video: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unser-land/becherpflanze-silphie-100.html#tab=bcastInfo&jump=tab

  


 

 

 


Waldumbau

Durch die Waldinitiative Fichtelgebirge und Frankenwald wurden Projektgebiete vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Münchberg und Bayreuth ausgewiesen. Dort werden durch Projektmanager verschiedene Maßnahme zur gezielten Förderung der Waldentwicklung durchgeführt.
Im Zuge der Waldinitiative Frankenwald wurden im Projektgebiet „Bayerisches Vogtland“ nordwestlich der Kreisstadt Hof insgesamt 507 „Tannensterne“, das sind Gruppen mit je 10 Tannen – also insgesamt mehr als 5.000 Tannen auf einer Waldfläche von über 1.000 ha - für einen stabilen, zukunftsorientierten Wald ausgebracht.

Diese Tannen sind mit Wuchshilfen ausgestattet worden, die auch als Einzelverbiss- und Fegeschutz dienen. Denn in einem Gebiet mit mehr als 90 % Fichte und fehlenden Samenbäumen anderer Baumarten, ist  ein Waldumbau anders nicht darstellbar. Die Kosten wurden zu 90 % staatlich gefördert.

Die Jägerschaft Naila unterstützt diese Art Waldumbau mit Schutzmaßnahmen und ist bereit das auch jagdlich zu begleiten.

 

 

 



 Special Schwarzwild

Die Wildschweinplage: Wölfe, Luchse und hin und wieder sogar Bären kehren zurück in unsere Wälder - ein Verdienst des Tier- und Umweltschutzes. Anderseits verlassen immer mehr Wildschweine die Wälder und kommen zu uns: in die Maisfelder und städtischen Grünanlagen. Es ist gar nicht so einfach, ihrer dort Herr zu werden. 
Link zum Inhalt: http://br.de/s/pK0Dv5

 

Titel: Drastische Zunahme des Wildschweinbestandes erfordert enge Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten Wenn der Waidmann zum Rechen greift

Bildtexte: Stefan Eul, Vorsitzender der Kreisgruppe Naila im Landesjagdverband Bayern.

Text (Quelle: Manfred Köhler, FP, mail 26. Mai 2014 12:32): Rund 200.000 Euro Schaden haben Wildschweine im vergangenen Jahr an Grünland, Getreide, Mais und sonstigen Flächen im Landkreis Hof angerichtet. Die Höhe der Kosten steht in direktem Zusammenhang mit dem zunehmenden Wildschweinbestand. So wurden im zurückliegenden Jagdjahr 2013/2014 laut Angaben des Landratsamtes Hof 1.234 überfahrene beziehungsweise erlegte Tiere gezählt – im Jagdjahr 1985/1986 waren es gerade mal 15. Wir haben nachgefragt bei Stefan Eul, dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Naila im Landesjagdverband Bayern:

Wie viele lebende Wildschweine gibt es denn aktuell im Landkreis Hof und speziell im Raum Naila?

Das lässt sich nicht sagen. Schwarzwild in freier Wildbahn zu zählen, ist extrem schwierig. Die Tiere haben zwar relativ abgegrenzte Streifgebiete, aber die sind immer über mehrere Jagdreviere verteilt, denn Wildschweine legen in einer Nacht bis zu 50 Kilometer zurück. Fest steht, dass der Bestand seit zwei Jahrzehnten stark ansteigt und dass die Höhe der Schäden zunimmt. Allerdings sind diese Schäden sehr unterschiedlich verteilt, denn auch die Verteilung der Wildschweine ist nicht gleichmäßig und hängt in erster Linie vom Verhältnis zwischen Forst- und Ackerfläche und der Bejagungsintensität ab. Man darf nicht vergessen, dass die Schwarzkittel im Wald sogar sehr nützlich sind, weil sie den Boden auflockern und damit für Bodenlebewesen und Keimlinge aufbereiten.

Wenn die Wildschweine dieses Verhalten auf den Wiesen oder Feldern von Landwirten zeigen, ist das allerdings weniger willkommen. Wie gehen die Nailaer Jäger mit Schadensfällen um?

Sehr unterschiedlich. Bei kleineren Schäden greift ein Jäger auch schon mal selbst zum Rechen und bringt eine umgedrehte Wiese wieder in Ordnung. Sind die Schäden größer, einigt man sich gerne auf ein Stück Wildbret als Entschädigung. Dass es im Nailaer Gebiet kaum Streit gibt, liegt auch daran, dass sich Jäger und Landwirte gut kennen und dass sie in engem Kontakt stehen. Natürlich werden Schäden auch gemeldet, aber das sind dann oft Fälle, bei denen landwirtschaftliche Flächen fremdverpachtet sind, das heißt, der Pächter lebt nicht vor Ort und geht vielleicht schon aus Prinzip den offiziellen Weg.

Abgesehen von den Schäden kann man als Jäger doch eigentlich froh sein, wenn es viele Wildschweine gibt – um so größer ist das Jagdglück...

Nicht unbedingt, denn Wildschweine sind sehr lernfähig. Wo es früher vielleicht gereicht hat, einen Sack Getreide in den Wald zu schütten, um eine Rotte anzulocken, muss man sich jetzt ständig etwas Neues einfallen lassen, um zum Schuss zu kommen. Das liegt daran, dass die Schwarzkittel Lockfütterungen, die sogenannten Kirrungen, inzwischen durchaus mit Gefahr verbinden und meiden, aber auch daran, dass sich ihr Lebensraum sehr zu ihren Gunsten verändert hat.

Inwiefern?

In den früheren Fichten-Monokulturen hatte man als Jäger weitgehend freie Sicht. Nachdem Stürme ganze Wälder umgelegt haben, ist nun großflächig Mischbestand mit Dickicht bis zum Boden nachgewachsen. Solche Dickungen sind Rückzugsräume, Rast- und Kinderstuben für das Schwarzwild. Man muss sie mit fünf bis zehn Jägern umstellen und braucht ausgebildete Hunde, um die Sauen da rauszubringen. Gerade bei Jagdhunden haben wir aber ein erhebliches Defizit, denn die Ausbildung ist mühsam, und die Tiere sind im Einsatz gegen Wildschweine aufgrund von deren Wehrhaftigkeit extrem gefährdet.

Sehen Sie bei diesen erschwerten Bedingungen überhaupt Chancen, den Trend der wachsenden Wildschweinpopulation umzukehren oder zumindest aufzuhalten?

Auf Sicht der nächsten Jahre nicht, denn die Biotopkapazität für Schwarzwild im Raum Naila wie auch im ganzen Landkreis Hof ist noch nicht erschöpft. Erst wenn die Wildschweine sich zum Beispiel gegenseitig die Nahrung streitig machen würden, wäre mit einem Populationsrückgang zu rechnen. Natürlich können wir als Jäger unseren Teil dazu beitragen, damit sich die Schäden in Grenzen halten, aber für eine strengere Bejagung ist es notwendig, revierübergreifend zusammenzuarbeiten und in ständigen Austausch zu treten, und zwar auch mit den Landwirten. In diesem Zusammenhang verfolge ich mit großem Interesse eine Initiative des Bayerischen Jagdverbandes, eine Art interaktive Landkarte, in die man Sichtungen und Schäden eintragen kann. Ergänzt mit Daten wie Wetter und Vegetation, kann man so die Bewegungen des Schwarzwildes über die Reviergrenzen hinweg nachvollziehen und ihr Auftauchen voraussagen.

Für einen Laien klingt das nach einer Entzauberung des romantischen Bildes von der Jagd und fast ein bisschen nach Cyberwar...

Früher ist man tatsächlich auch mal ganz ungeplant auf die Jagd gegangen und hat sich überraschen lassen. Mit der Zunahme des Schwarzwildbestandes hat sich das geändert. Man muss sich jetzt sehr genau anschauen, wo und wie man eine Lockfütterung anlegt und sie täglich kontrollieren. Das hat auch mit Glück und Intuition zu tun. Außerdem gehört die Bereitschaft zum Nachtansitzen dazu. Die Anforderungen sind also gewachsen, aber trotzdem ist die Jagd nach wie vor eine Freizeitbeschäftigung.

              

 

Mehr als 28 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl sind noch immer viele Wildschweine stark radioaktiv belastet. Vor dem Verkauf müssen die Tiere auf Strahlung untersucht werden.

 
Herr Eul, warum müssen Jäger ihre erlegten Wildschweine immer noch auf eine Strahlung untersuchen lassen?
Durch die Katastrophe vom 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl wurde bekanntlich unter anderem das radioaktive Isotop Cäsium 137 freigesetzt - und durch Wind auch in unsere Gegend verfrachtet. In den folgenden Tagen spülte Regen den radioaktiven Fallout aus der nuklearen Wolke in den Boden. Wild, das nur oberirdisch wachsende Pflanzen äst, nimmt nur sehr wenig der im Boden lagernden Schwermetalle auf, deshalb sind Hirsch, Reh und Hase fast gar nicht betroffen. Die Wildschweine, unser Schwarzwild, graben aber gerne auch im Boden nach Wurzeln, Engerlingen und Pilzen. Insbesondere Pilze sind radioaktiv belastet, da sie Schwermetalle einlagern, und damit auch das Cäsium 137. Es kann also sein, dass Fleisch von Wildschweinen, die in kontaminierten Gegenden leben, auch radioaktiv belastet ist. Wir Jäger sind dem Verbraucherschutz verpflichtet und sorgen deshalb dafür, dass durch Messungen der Radioaktivität eventuell belastete Tiere nicht in den Verkehr gebracht werden. Über ganz Bayern wurde vom Bayerischen Jagdverband ein Netz von Messstellen für Cäsium 137 eingerichtet. Unsere Untersuchungsstelle befindet sich in Hof. Revierinhaber müssen im Fall von Grenzwertüberschreitungen die unschädliche Entsorgung des Wildkörpers nachweisen. Der Jäger darf sein Wildschwein auch selbst verzehren. Falls er nicht über einen längeren Zeitraum mehrmals täglich belastetes Wildfleisch zu sich nimmt, ist das gesundheitlich unbedenklich.

 

Sind in der Vergangenheit auffällige Werte aufgetreten?

Im Altlandkreis Naila ist die radioaktive Belastung des Schwarzwildes vergleichsweise gering. Der Grenzwert wird hier nur sehr selten überschritten. Dennoch lassen wir auch in Jagdrevieren mit erfahrungsgemäß sehr geringen Strahlungen zumindest stichprobenartig die Werte prüfen. Im Allgemeinen liegen die Messwerte etwa zwischen 40 und 150 Becquerel. Die höheren, aber völlig unschädlichen Zahlen werden in der Regel im Winterhalbjahr gemessen, wenn sich die Sauen bevorzugt im Wald aufhalten und dort nach den Hirschtrüffeln graben.

 

Wie lange sind nach Ihrer Ansicht solche Untersuchungen noch notwendig?

Bei einer Halbwertszeit von etwa 30 Jahren ist in den damals kontaminierten Gebieten immer noch mehr als die Hälfte der Strahlung erhalten. Nach weiteren 30 Jahren wird sie erst auf ein Viertel des ursprünglichen Wertes von 1986 abgeklungen sein. Das Problem wird uns im Grundsatz also für die nächsten Generationen erhalten bleiben. Das ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass man mit der Natur unbedingt behutsamer umgehen sollte.

Die Fragen stellte Ronald Dietel
"Das Problem Radioaktivität bleibt uns erhalten" Stefan Eul, Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Naila


 

Schwarzwild im Brennpunkt

Innovative Konzepte in Nürnberg vorgestellt

Immer mehr Wildschweine in Bayern – und mit der Höhe und Häufigkeit von Schäden in Feldern und Wiesen wächst das Konfliktpotenzial. Was tun? Im Projekt „Brennpunkt Schwarzwild“ haben fünf Modellregionen in Bayern innovative regionale Konzepte umgesetzt. Welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben, stellten sie auf dem Schwarzwildsymposium des Bayerischen Bauernverbandes und der Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer am 26. Mai in Nürnberg vor.
Brennpunkt Schwarzwild - rund 200 Interessierte folgten der Einladung des BBV nach Nürnberg. © BBV
Wie in ganz Mitteleuropa hat sich das Schwarzwild auch in Bayern stark vermehrt. Die Wildschadensproblematik ist ein Dauerthema, das Landwirte, Jäger, Verbände und Behörden bewegt. Der Bayerische Bauernverband (BBV) und die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (ARGE) haben größtes Interesse an praxisgerechten Lösungen. Aus diesem Grund hatte der BBV im Herbst 2009 den Anstoß für das Projekt „Brennpunkt Schwarzwild – Projekt zur Entwicklung regionaler innovativer Konzepte“ gegeben. Ziel war es, ergänzend zu den bisherigen Bejagungsstrategien neue Ansätze zu erproben. In der vierjährigen Projektlaufzeit bis November 2013 haben Landwirte, Jagvorstände, Jäger, Waldbesitzer, Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten und Behördenvertreter Zielsetzungen, Lösungswege und Maßnahmen zur Umsetzung erarbeitet. Nun stellten die Beteiligten ihre Ergebnisse vor.
 
Rund 200 interessierte Gäste waren der Einladung des BBV gefolgt. Die Fachveranstaltung sollte in erster Linie Erfahrungsaustausch sein: interessensübergreifende Zusammenarbeit, Schwarzwild-Informationssystem, Bejagungsmethoden, Kirrung, Nachtzieltechnik – alle Themen kamen auf den Tisch. „In den Modellregionen sind beispielhafte Formen der Zusammenarbeit gelungen“, stimmte Projektkoordinator Niels Hahn von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft das Publikum auf die kommenden Ausführungen der Akteure ein.
 
Positionspapier und Veranstaltungsunterlagen
 
Das Positionspapier der ARGE Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bayerischen Bauernverband zu den ersten Ergebnissen des Projektes finden Sie hier (pdf, 138 KB).
 
Die Veranstaltungsunterlagen der Schwarzwildtagung stellen wir für alle Interessierte zur Verfügung: Präsentations-Folien Schwarzwildsymposium 26.05.14 (pdf, 4.971 KB)
 
  
Vom Neben- und Gegeneinander zum Miteinander
„Landwirte und Jäger müssen als Naturnutzer kooperieren“, nannte Dr. Georg Fuchs, erster Vorsitzender der Jägervereinigung Spessart-Aschaffenburg, einen wichtigen Erfolgsfaktor bei der Bejagung. Förderlich für ein Miteinander seien die Offenheit für neue Themen, Respekt für die Grenzen des anderen und Pragmatismus, hinderlich seien alte Feindbilder, ständiges Gegenrechnen und Streit, so Fuchs. Ähnlich äußerte sich Heinrich Rauh vom Landratsamt Kulmbach. „Jäger, Landwirte, Jagdgenossen, Staatsforsten und Behörden können das Schwarzwildproblem nur gemeinsam lösen.“ Auch für Josef Wittmann, Geschäftsführer Bauernverband Schwandorf, war das „gemeinsame Ziehen an einem Strang“ das wichtigste Erfolgskriterium bei der Entschärfung der Schwarzwildproblematik. „Wir werden auch nach Projektende weiterhin zusammenarbeiten“, versprach er. Geplant würden revierübergreifende Drückjagden und Erntejagden. „Um spontaner zu handeln, wünsche ich mir den Aufbau einer schnellen Einsatztruppe und einer mobilen Hundemeute. Wir wollen uns auch künftig weiterentwickeln und sind offen für weitere Projekte“, sagte Wittmann. Karl-Heinz Inzelsberger, 1. Vorsitzender der Jägervereinigung Pegnitz e.V., stellte die gemeinsam in arbeitsintensiven Sitzungen formulierten Empfehlungen für Zusatzvereinbarungen zum Jagdpachtvertrag vor. So sollten beispielsweise die Verpflichtung zur revierübergreifenden Bejagung, Duldung überjagender Hunde, Durchführung von Revierbegängen oder die Verpflichtung zum Abschluss einer Nachsuchenvereinbarung im Pachtvertrag verankert werden. Dabei sei die Durchsetzbarkeit der Zusatzvereinbarungen wichtig.
 
Bewährtes verbessern, neues testen
Wie praxisnahes Monitoring auf Augenhöhe umgesetzt werden kann, zeigten die Vertreter der Modellregionen in einem zweiten Themenblock auf: dem eigenverantwortlich betriebenen digitalen Schwarzwild-Informationssystem (SIS). „Wir kommen vor Ort nur durch Transparenz weiter, und das SIS liefert uns genau diese benötigte Transparenz“, sagte Stefan Köhler, als Kreisobmann des BBV Aschaffenburg im Arbeitskreis Schwarzwildkonzept Bayerischer Untermain tätig. Durch das Sammeln von Fakten und durch die darauf aufbauenden gemeinsamen Schlussfolgerungen für die Bejagung haben es die Betroffenen vor Ort vom Nebeneinander oder gar Gegeneinander zum Miteinander geschafft. Doch Transparenz vorbehaltlos zu praktizieren, koste manche Überwindung, sagte Matthias Huttner von der Forstverwaltung. Sie stelle für einige Beteiligte sogar ein Problem dar. Aber durch das SIS könnten sich alle Beteiligten auf Augenhöhe begegnen. Vom Einzelkämpfer zum Teamworker sei das Ziel.
 
Mitwirkende der regionalen Projektteams stellten ihre Erfahrungen im Modellprojekt vor. © BBV
Einleitend zu den Bejagungsmethoden stellte Harald Köppel, BBV-Mitarbeiter in Kulmbach, die Erfahrungen mit der Anlage von Bejagungsschneisen dar. Hinderlich für die Anlage seien insbesondere die bürokratischen Regelungen im Zusammenhang mit den landwirtschaftlichen Förderprogrammen, wie z.B. KuLaP. Die Bilanz von Maximilian Freiherr von Widersberg zu den Bejagungsschneisen lautete: tauglich zur Vergrämung, wenn die Jäger auch regelmäßig, mindestens wöchentlich dort jagen. Eine hohe Jagdstrecke oder gar Reduktion der Population sei jedoch nicht zu erreichen.
 
Revierübergreidende Bewegungsjagden
Alle Projektteams erachteten revierübergeifende Bewegungsjagden auf Schwarzwild als zwingend notwendig an, wollten die Beteiligten die Schwarzwildbestände wirksam regulieren. Während die einen Modellregionen bereits von Beginn an sehr gute Erfahrungen mit Ernte-, Drück- oder Bewegungsjagden gemacht haben, standen andere Regionen vor enormen Herausforderungen, zum Beispiel bei der erstmaligen Organisation solcher Jagden, sagte Albin Schmitt aus Kulmbach. Deshalb hatten die Beteiligten dort entschieden, eine Musterdrückjagd durchzuführen und gemeinsam in einem Schießkino die Schießfertigkeiten zu trainieren. Größter Erfolg dieser Maßnahmen sei gewesen, dass sich ein Wir-Gefühl eingestellt hat, ergänzte Lorenz Wurmthaler. Die weiteren Redner gingen auf die Themenbereiche Reviergrenzenüberschreitender Hunde-, Hundeführer- und Treibereinsatz, Verkehrssicherungspflicht, Bau der Drückjagdsitze oder die einzelnen Planungsschritte ein. Die Frage, ob alles Schwarzwild, Rehwild und Raubwild freigegeben wird, solle und könne jeder teilnehmende Revierinhaber in Eigenverantwortung entscheiden. Wie das immer wieder mitschwingende Problem „Jagdneid“ überwunden werden kann, demonstrierte Hegegemeinschaftsleiter Georg Bayer mit dem gemeinsam entwickelten „Pottensteiner Modell“. So erfolgte die Planung revierübergreifend auf der gesamten Jagdfläche und nicht nur im eigenen Revier. Der Hunde- und Treibereinsatz erfolgte ebenfalls revierübergreifend. Neu war auch der Austausch von eingeladenen Schützen zwischen den Revieren im Losverfahren und die Aufteilung der gesamten Jagdstrecke zu gleichen Teilen. Diese Regelungen hätten zu mehr Jagderfolg und zur Zufriedenheit bei den beteiligten Jagdgenossen und Jägern geführt.
 
Kirrung – Ja oder Nein?
Kontrovers unter den Beteiligten wird das Thema Kirrung gesehen. Michael Berngruber von der Steuerungsgruppe Pottenstein und Schnabelwaid, riet dazu, Rehwildfütterungen so zu gestalten, dass sie von Schwarzwild nicht angenommen werden können und generell die Futtermengen zu überdenken. Die Landwirtschaft könne seiner Meinung nach ihren Beitrag leisten, indem sie keine Silo- und Getreideabfälle mehr in den Wald oder die Feldflur verbringt und Ernterückstände beseitigt. Eine interessante Rechnung machte Rudolf Zwicknagel vom Arbeitskreis Schwarzwildkonzept Bayerischer Untermain angesichts der Erhebung zu Schwarzwildkirrungen im Forstbetrieb Heigenbrücken auf. Danach wurde an rund einem Drittel der Kirrungen nie Schwarzwild erlegt – durchschnittlich erfolgte knapp die Hälfte des Schwarzwildabschusses an der Kirrung. Damit sei pro erlegte Sau rund zwei Zentner Mais investiert wurden – das entspräche circa drei Kilogramm pro kg Wildbret und damit mehr als in der Schweinemast! Die Kirrung sei eine Möglichkeit, Schwarzwild gezielt zu bejagen, allerdings sehr abhängig vom Können und Engagement des Jägers. „Jede Kirrung, an der nicht konsequent gejagt wird, ist kontraproduktiv“, so Zwicknagel.
 
Nachtzieltechnik
Inwiefern Nachtzieltechnik zur Reduktion der Schwarzwildbestände und Vermeidung von Wildschäden geeignet ist, testeten zwei Projektteams in einem Versuch. Otto Kreil und Otto Storbeck stellten die Ergebnisse vor. „Der Einsatz von modernen Nachtzielgeräten ist grundsätzlich geeignet, um einen wichtigen Beitrag zu leisten und führt zu mehr Tierschutz und Sicherheit bei der Nachtjagd“, resümierten sie. „Wir Jäger wollen die Bejagungsrichtlinien umsetzen und brauchen die neuen technischen Hilfsmittel!“ Das Thema wurde in der Podiumsdiskussion am Nachmittag vertieft.
 
Über die Podiumsdiskussion berichten wir in den kommenden Tagen.

 



 Special Kitztod

DJZ 13.06.2013 Link http://www.djz.de/cgi-bin/r30msvccms_seiten_ansicht.pl?&var_hauptpfad=../r30/vc_content/&var_fa1_select=var_fa1_select||447|&var_seiten_nummer_uebergabe=2411&var_suchbegriff=kitz

Gemetzel im Gras

Schlimm genug, dass trotz sorgfältiger Kontrollen viele Kitze den Mähtod finden. Unvorstellbar ist jedoch, dass ein Landwirt in Hausach Warnungen ignorierte und beim Mähen Vollgas gab.   Weil er sich durch das schöne Wetter und das hohe Gras im Zugzwang sah, verzichtete ein Landwirt in Hausach (Schwarzwald) vor dem Mähen auf den zeitnahen Anruf beim zuständigen Jäger.

Trotz Warnungen, dass eine Ricke mit zwei Kitzen in der Wiese sei, fuhr er beherzt ins Grün. Die fassungslosen Nachbarn alamierten den Jäger, der sofort kam und mit der Suche begann. Kurz nach dem Absprung der Geiß zerrissen die Schmerzensschreie eines Kitzes den Sonnentag.

Hupend und mit der Handkante sich an den Hals schlagend, zeigte der Landwirt dem Jäger den vermeintlichen Tod des ersten Kitzes an und mähte weiter. Wenig später erwischte das Mähwerk auch das zweite Kitz. Beide Tiere lebten noch als der Jäger zu ihnen kam. Doch die aufgerissenen Körper machten die schnelle Erlösung von ihrem Leid notwendig.

Gegen den Landwirt wurde Anzeige erstattet.

dmk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Nordbayerischer Kurier

Nordbayerischer Kurier 15.03.2013 http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/wildernder_hund_reisst_rehkitz_bei_benk_134349

Nordbayerischer Kurier 25.2.2014 11:40 Link http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/bambi-killer-vor-gericht_233943

 


 

Kommentare

Johanna11 01.03.2014 - 18:57 Uhr
     
Die Strafe waren 60 Tagessätze a 50,- € plus Gerichtskosten. Dass die anderen Bauern schon das zweite mal mähten, liegt an der Verwendung des Grases: Das jung gemähte Gras wird zu Silofutter verarbeitet, weil es bei dem jungen Schnitt mehr Eiweiß hat. Das längere (ältere) Gras wird zu Heu verarbeiten. Da ist die Gefahr, dass Kitze dort von den Geißen abgelegt werden besonders hoch.

 

Blickpunkt Hof  01.03.2014 http://www.blickpunkt-verlag.de/bpws/nachrichten/landkreis_hof/art278486,3178599

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Mähen auf Wildtiere achten

Durch Kooperation von Jägern und Bauern kann Jungwild gerettet werden

München (bbv) – Bald werden viele Landwirte wieder zum ersten Mal ihre Wiesen mähen. Gleichzeitig bringen aber auch viele Rehe ihre Jungen zur Welt. Dann dienen Wiesen als Kinderstube. Das hohe Gras bietet Jungtieren Schutz und Deckung, macht sie allerdings für den Landwirt nahezu unsichtbar. Daher kann das Mähen für Jungtiere zur Gefahr werden. Besonders dann, wenn ihr natürlicher Instinkt, sich regungslos in die Deckung zu drücken, noch stärker ausgeprägt ist als der Fluchtinstinkt. Dieser „Drückreflex“ verhindert, dass junge Rehe, Hasen oder Vögel sich vor landwirtschaftlichen Maschinen in Sicherheit bringen.
Durch Kooperationen von Jägern und Bauern kann Jungwild gerettet werden. © Hans-Joachim-Köhn / pixelio.de
 
 
Deshalb sind jetzt wieder viele Landwirte und Jäger als Retter von jungen Feldhasen, Rehen oder bodenbrütenden Vögeln wie Fasan, Rebhuhn oder Bekassine unterwegs. Mit dem Aufstellen von Wildscheuchen einen Tag vor der Mahd, z. B. raschelnde Plastiksäcke auf Pfählen, grelle Blinklichter, bunte Windräder oder laute Musik, retten Landwirte und Jäger jedes Jahr unzähligen Jungtieren das Leben. Denn diese Maßnahmen veranlassen das Wild, die Wiesen rechtzeitig zu verlassen. Experten haben herausgefunden, dass schon kleine Maßnahmen große Wirkung haben. Auch Landwirte haben ein großes Interesse, dass keine Wildtiere zu Schaden kommen – alleine deshalb, da durch Wildkörper verseuchte Silage die Gesundheit ihrer Tiere gefährden kann.
Hilfreich ist auch, wenn Flächen unmittelbar vor der Mahd mit dem Jagdhund abgesucht werden. „Bei größeren Wiesenflächen sollte sich die Suche besonders auf die Randbereiche zu Wäldern oder Hecken konzentrieren, denn ein Großteil des Wildes bevorzugt erfahrungsgemäß diese Orte“, rät Johann Koch, Referent für Wald und Jagd beim Bayerischen Bauernverband. Da oft mehrere Landwirte innerhalb kürzester Zeit die Wiesen mähen, hat es sich bewährt, die Jäger mindestens 24 Stunden vor Beginn der Arbeit zu informieren. Eine frühe und gute Kommunikation ist immer noch der effektivste Jungwildschutz! Außerdem können durch den Einsatz von Wildrettern und Infrarot-Detektoren an den Schleppern oder Mähwerken viele Tiere aufgespürt werden. Namhafte Hersteller von Landtechnik und Elek-tronik prüfen mit finanzieller Unterstützung von Bundesforschungs- und Bundeslandwirtschaftsministerium derzeit die Praxistauglichkeit verschiedener Systeme an Traktoren.
Verluste junger Wildtiere und Vögel können auch wirksam vermieden werden, wenn die Wiesen von innen nach außen gemäht werden. So erhalten die Tiere größtmögliche Fluchtmöglichkeiten. Zudem ist zu empfehlen, dass besonders große Wiesen am Vortag rundherum angemäht werden, um das Wild zu beunruhigen und zur Flucht zu veranlassen. Insbesondere zum Schutz von bodenbrütenden Vögeln und deren Gelegen in Grünroggen trägt auch eine größere Schnitthöhe von 10 bis 15 cm bei.