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Für mehr Sicherheit bei der Jagd (Quelle: Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, kurz SVLFG):  
http://www.svlfg.de/30-praevention/prv051_fachinfos_a_z/prv0502-landwirtschaft-forstwirtschaft-jagd/25_jagd/index.html

Unfallverhütungsvorschrift Jagd:
Öffnet einen externen Link in einem neuen Fensterhttp://www.jagdverband.de/sites/default/files/UVV_Jagd_05_2015.pdf

 

 

 

Sauen im Mais? 

Wildschweine können im Maisfeld einen hohen Schaden anrichten. Um verhängnisvolle Unfälle bei der Jagd zu vermeiden, muss eine Jagd, an der mehrere Personen teilnehmen, vorher gut geplant werden. Der Ablauf wiederholt sich jedes Jahr in vielen Revieren, deshalb ist eine genaue Planung für eine sichere und schließlich erfolgreiche Jagd unbedingt notwendig.

Sorgfältige Planung wichtig für den Jagderfolg

Folgende Fragen müssen sich Jagdpächter oder Jagdleiter beantworten, damit die Jagd sicher und erfolgreich abläuft:

  • Welche Grundstücke können „durchgedrückt“ werden und/oder welche können nur während der Ernte bejagt werden? Revierkarte zur Hilfe nehmen!
  • Wo sind die Fernwechsel und feste Ansitzeinrichtungen, die ich in der Revierkarte einzeichne?
  • Wie viele Jäger und Hunde - abhängig von Jagdart und Fläche - werden benötigt?
  • Welche Schussbereiche gebe ich vor?
  • Ist der Kugelfang durch die Geländeform oder durch erhöhte Ansitzeinrichtungen sichergestellt?
  • Wo können mobile Ansitzeinrichtungen aufgestellt werden?
  • Müssen noch Ansitzeinrichtungen beschafft/gebaut werden?
  • Kann man im Nachbarrevier mobile Ansitzeinrichtungen ausleihen?
  • Welche Jäger sind geübt im Flüchtigschiessen und halten sich auch an die Anweisungen?
  • Welcher Jäger kann seinen eigenen mobilen Ansitz auf dem Anhänger oder dem Pickup mitbringen?
  • Welche Treffpunkte/Sammelplätze können genutzt werden? Ideal ist es, wenn sie etwas abseits von den zu bejagenden Flächen liegen!
  • Wer nimmt die Jäger, die sich verspäten, in Empfang und weist sie ein?
  • Muss ich den Landwirt noch bitten, notwendige Schneisen zu häckseln?
  • Welche Anweisungen erteile ich bei der Begrüßung?
  • Welche Vorgaben habe ich zur Durchführung von Stellungswechseln zu erteilen?
  • Wann nehme ich Kontakt mit dem Landwirt und dem Lohnunternehmer auf? Wenn möglich, der Kolonne kurzfristig den Jagdablauf erläutern, das schafft Vertrauen und unterstützt den Jagdablauf.

 

Checkliste zur Unterweisung durch den Jagdleiter

  • Teilnahme nur mit gültigem Jagdschein, Kontrolle bei der Anmeldung!
  • Vor Beginn der Jagd werden alle Jagdteilnehmer in Ablauf und sicherheitsrelevante Vorgaben durch den Jagdleiter eingewiesen.
  • Jäger die später kommen, werden vom Jagdleiter bzw.Gruppenführer empfangen, wie alle anderen eingewiesen und an einem Fernwechsel angestellt. Nachbarschützen werden vorher darüber informiert.
  • Wer zu spät kommt und nicht eingewiesen ist, darf nicht an der Jagd teilnehmen.
  • Am Sammelplatz alle Waffen mit offenem Verschluss, entladen und mit der Mündung nach oben tragen.
  • Bekanntgabe von Beginn und Ende der Jagd.
  • Standzuweisung und Hinweise auf die Nachbarstände (evtl. durch Gruppenführer).
  • Vorgegebener Schussbereich und max. Schussentfernung einhalten.
  • Zugewiesene Stände dürfen nicht verlassen werden.
  • Laden und entladen auf dem Stand.
  • Die Waffen im Treiben dürfen unterladen geführt werden, z. B. Repetierer.
  • Kipplaufwaffen (z. B. Flinten und Drillinge) müssen entladen sein.
  • Vorkommendes Wild immer erst richtig ansprechen, dann schießen!
  • Schüsse ins Treiben sind verboten!
  • Im Treiben darf nicht geschossen werden. Ausnahme: Zum Eigenschutz, wenn Treiber oder Hundeführer angenommen werden oder wenn Hunde ein krankes Stück gestellt haben. Hier schießt nur der Hundeführer!

Organisation und Durchführung von Erntejagden

Die Sicherheit und Gesundheit aller beteiligten Personen haben Vorrang vor dem Jagderfolg. Nicht nur der Schütze, sondern auch der Jagdleiter steht hierbei in der Pflicht.

Wichtig für die Sicherheit - gute Planung und Organisation: http://www.svlfg.de/60-service/serv02_brosch/serv0201praev/serv020101_brosch/erntejagd_2014.pdf

Zeitdruck bei der Organisation, schlechte Planung und unprofessionelle Durchführung der Jagden - insbesondere bei der Jagd in Raps und Mais - führten in den letzten Jahren nicht nur zu Sachschäden an Erntefahrzeugen, sondern leider auch zunehmend zu schweren und sogar tödlichen Unfällen.

Das Gefahrenpotential einer Erntejagd kann bei umsichtigem Vorgehen jedoch erheblich gesenkt werden. So müssen zum Beispiel bei einem Gelände ohne ausreichend natürlichen Kugelfang immer geeignete Ansitze eingeplant werden.

Gesellschaftsjagden sorgfältig planen!

Neben den traditionellen Formen der Treibjagd, aber auch anderen Jagdarten wie Stöber,- Drück- oder Baujagd gewinnen großangelegte revierübergreifende Bewegungsjagden an Bedeutung. Vor allem beim Schwarzwild, dessen Populationen und damit auch die Jahresstrecke ständig steigt, versucht man neben Pirsch oder Ansitzjagd mit Bewegungsjagden (Drück-, Riegel- und Treibjagden usw.) die steigende Wilddichte zu regulieren. Damit die Jagd für alle Teilnehmer  unfallfrei bleibt, weist die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft darauf hin, dass vor allem bei Gesellschaftsjagden auf die Einhaltung verbindlicher Sicherheitsvorschriften geachtet werden muss.

Gerade Gesellschaftsjagden stellen einen hohen Anspruch an den einzelnen Waidmann, Hund und Nachsuchenführer, um den Jagdablauf erfolgreich, waid- bzw. tierschutzgerecht, aber auch sicher zu gestalten. Sorgfältige Planung und Leitung sowie ein diszipliniertes Verhalten aller Jagdteilnehmer sind dafür Voraussetzung!

Gesellschaftsjagden - ein Schwerpunkt des jagdlichen Unfallgeschehens

Über 70 Prozent aller Unfälle mit Jagdwaffen ereignen sich bei Gesellschaftsjagden. Auch im vergangenen Jahr wurden den landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften wieder schwere Jagdunfälle - mehrere sogar mit tödlichem Ausgang gemeldet. Natürlich weiß jeder Jäger um die Gefahren bei Treib- und Drückjagden. Und doch führen Leichtsinnigkeit, „Schusshitzigkeit“ oder übertriebener Jagdeifer schnell zu einer Gefährdung der Jagdkameraden.

Wichtig - die Beachtung der Sicherheitsvorschriften

Daher ist es nützlich, sich immer wieder an die Hauptregeln für das Verhalten der Jäger auf Treibjagden und sonstigen Gesellschaftsjagden zu erinnern. Die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften (VSG 4.4 „Jagd“) stehen übrigens auch auf der Rückseite des Jagdscheins zum Nachlesen!

Die Aufgaben des Jagdleiters

Eine besondere Rolle bei Gesellschaftsjagden fällt dem Jagdleiter zu. Er ist unter anderem dafür verantwortlich,

  • dass die Schützen und Treiber vor Beginn der Jagd über die notwendigen Sicherheitsbestimmungen belehrt und ihnen die Signale bekannt gegeben werden;
  • dass alle Teilnehmer der Jagd entsprechende Warnbekleidung tragen;
  • dass den Schützen ihre Stände zugewiesen werden und die Nachbarstände und Schussbereiche gezeigt werden;
  • dass die einzelnen Treiben und Schussbereiche so gestaltet sind, dass niemand gefährdet wird;
  • dass die Jagd beendet wird, wenn die Sichtverhältnisse schlecht werden.

Gesellschaftsjagden sind besonders gefährlich, weil zahlreiche Personen im Jagdgeschehen teilnehmen und dadurch im Gefahrenbereich der Schusswaffen anwesend sein können. Neben den allgemeingültigen Grundsatz: „Jeder haftet für seinen Schuss“ müssen auch die Schützen beachten,

  • dass die Waffe erst auf dem Stand geladen wird und nach Beendigung des Treibens sofort zu entladen ist, sofern der Jagdleiter nichts anderes bestimmt hat;
  • dass sie sich deutlich farblich von der Umgebung abheben, z. B. mindestens Hutband beim Schützen – besser noch mit Warnweste;
  • dass die Waffe außerhalb der Treiben entladen, mit geöffneten Verschluss und mit der Mündung nach oben oder abgeknickt geführt wird;
  • dass sie sich nach Einnahme des Standes mit ihren Nachbarn verständigen und den Stand bis zum Ende des Treibens nicht verlassen;
  • dass kein Durchziehen durch die Schützen- oder Treiberlinie erfolgt und nicht in Richtung anderer Personen angeschlagen und geschossen wird, wenn sich Personen in gefahrbringender Nähe befinden;
  • dass Durchgeh- und Treiberschützen ihre Waffen nur entladen mitführen dürfen, außer auf Feldstreifen und Kesseltreiben. Das Mitführen einer „unterladenen“ Schusswaffe ist ausnahmsweise für Durchgeh- und Treiberschützen für den Eigenschutz, Fangschuss und den Schuss auf vom Hund gestelltes Wild zulässig.

 

Einweisung durch den Jagdleiter

Ein Jagdleiter ist bei einer Jagdgesellschaft von mehr als vier Jägern vorgeschrieben. Seine Ansprache ist mitentscheidend für eine sichere und erfolgreiche Jagd. Er begrüßt die Teilnehmer, erläutert den Jagdablauf und die Vorgaben zur Sicherheit.

 

Weitere Informationen zum Thema

 arrow-infobox http://www.svlfg.de/30-praevention/prv051_fachinfos_a_z/prv0502-landwirtschaft-forstwirtschaft-jagd/25_jagd/index.html

Jagdpraxis

 

JAGD WISSEN

Wer in Deutschland jagen darf

Jagen darf in Deutschland nur, wer einen Jagdschein besitzt. Diesen zu erhalten, erfordert die Teilnahme an dem umfangreichen Lehrgang / Jagdkurs sowie das erfolgreiche Absolvieren der staatlichen Jägerprüfung (bestehend aus mündlichem und schriftlichem Teilen). Weiter muss Praxiserfahrung in Form der Arbeit in einem Revier gesammelt werden - dies erfolgt in der Regel unter Anleitung von erfahrenen Jägern.

Die Jagd in Deutschland unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen und wird von einer staatlichen Organisation beaufsichtigt. Die Jagdbehörde im Landwirtschaftsministerium beispielsweise ist für die Gesetze und Verordnungen zuständig. Weiter gibt es höhere Jagdbehörden der Bezirksregierungen und die Jagdbehörden in den zuständigen Landratsämtern. Letzere sind Anlaufstelle für Jagdscheine, Jagdpachtverträge und Abschusspläne. 

DIE TÄTIGKEITEN DER JÄGER

Aufgaben und Pflichten der Jäger

  • Pflege und Betreuung von Gehegen und Revieren
  • Erhalt des natürlichen Gleichgewichts zwischen freilebenden Tieren und der Pflanzenwelt
  • Erhalt eines artenreichen und gesunden Wildbestands
  • Pflege von Biotopen und Hege von Wildbeständen zur Erhaltung eines ausgewogenen Lebensgrundlagen-Verhältnisses 
  • Verantwortlicher Umgang mit Wildbestand hinsichtlich der Bejagung und Zuwachsentnahme zur Lieferung von Wildbret (hochwertige Fleischnahrung)
  • Einsatz des Jagdhandwerks im Sinne des Gemeinwohls
  • Erhalt des traditionellen Jagdbrauchtums

Neben den obigen Hauptaufgaben verrichten Jäger beispielsweise auch das Wildbret nach einer erfolgreichen Jagd (oft auch in Zusammenarbeit mit EU-zertifizierten Schlachtern / Metzgern).

JAGDBARES WILD IN DEUTSCHLAND

Wildtiere, die nach deutschem Jagdrecht zur Jagdzeit erlegt werden

Zusammengefasst wird das Wild unter den beiden Gruppen: Haarwild und Federwild. Die Wildarten haben unterschiedliche Jagd- und Schonzeiten, welche strikt beachtet werden müssen!

  • Rotwild 
  • Dam- und Sikawild 
  • Rehwild
  • Schwarzwild
  • Gamswild
  • Muffelwild
  • Feldhasen
  • Stein- und Baummarder
  • Dachse
  • Rebhühner
  • Fasane
  • Bläss-, Saat-, Ringel- und Kanadagänse
  • Graugänse
  • Waldschnepfen
  • Stockenten
  • Preif-, Krick-, Spieß-, Berg-, Reiher-, Tafel-, Samt- und Trauerenten
  • Höckerschwäne
  • Blässhühner
  • Lach-, Sturm-, Silber-, Mantel- und Heringsmöwen
  • Ringel- und Türkentauben
  • Elstern
  • Eichelhäher
  • Rabenkrähen
  • Graureiher
  • Sumpfbiber (Nutria)
  • Füchse
  • Wildkaninchen
  • Marderhunde
  • Waschbären

JAGD-ARTEN

Die Techniken

Ansitzjagd: Beobachten und Jagen von einer Kanzel, einer Leiter oder einen Erdsitz.

Baujagd: Diese Art wird beim Jagen von Füchsen oder Dachsen genutzt in der Regel mit ausgebildeten Hunden, die zum Treiben der Tiere eingesetzt werden. Hierbei "sprengen" die Hunde den Fuchs- oder Dachsbau und treiben das Tier in Richtung des Jägers. Beim Bau eines Kaninchens werden aufgrund der Größe kleiner Locktiere (z. B. Frettchen) eingesetzt, Hunde sind in der Regel zu groß.

Brackenjagd: Diese Art wird beim Jagen von Hasen eingesetzt. Hierbei treiben Bracken Hasen aus ihrer Sasse in Richtung des Jägers. Hasen sind standorttreu, eine Eigenschaft, die sich der Jäger mit Hilfe der Bracken zu nutze macht und dementsprechend Nahe der Sasse agiert.

Drückjagd: Diese Art wird in der Regel in Jägergesellschaft betrieben. Hierbei werden vor Beginn der Jagd die Standpositionen der Schützen abgesprochen, die Treiber "drücken" das Wild aus Ihrer Deckung in Richtung der Schützen. Dadurch, das Wild in der Regel langsam zieht, haben Schützen genügend Zeit, um zu fokussieren und einen gezielten Schuss abzugeben.

Fallenjagd: Diese Art wird in der Regel eingesetzt, um Raubwild zu fangen. Sie erfolgt ohne Schusswaffe und kann entweder durch Lebend- oder durch Todfangfallen ausgeführt werden. Beim Einsatz von Lebendfangfallen, die abgedunkelt werden, ist die regelmäßige Kontrolle besonders wichtig. Todfangfallen werden in der Regel geschützt angebracht - zum Beispiel in einem Fangbunker.

Lockjagd: Bei dieser Art wird Wild mit allen erlaubten Mitteln (Nahrung / Kirrung, Gerüche, Laute, Attrappen) gelockt. Die Lockmittel sind je nach Wild unterschiedlich.

Treibjagd: Anders als bei der Drückjagd, bei der das Wild in der Regel nicht flüchtig ist, wird hier Wild von mehreren Jägern aus der Deckung getrieben. Diese Art der Jagd wird meist mit einer so genannten Treiberkette betrieben. Was bedeutet, dass es Treiber, Durchgehschützen und Vorstehschützen gibt. Letztere warten am Ende des Treibens auf das Wild. Der Einsatz von Hunden ist hier beispielsweise unverzichtbar, vor allem bei der Treibjagd auf Niederwild.

Pirsch: Bei dieser Art sind Jäger permanent in Bewegung. Dass heißt, der Jäger versucht sich vorsichtig und entgegen der Windrichtung dem Wild zu nähern, um seinen Schuss zu positionieren und das Tier zu erlegen.