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SELTENER ANBLICK IN DER SCHÖNWALDER FLUR
Auf den Äckern und Wiesen von Landwirt und Jäger Gerhard Munzert findet das Rebhuhn den richtigen Lebensraum
Der „Liebling der Bauern“ kehrt zurück

Das war selbst für eingefleischte Jäger ein erhebender Anblick, als am Montag plötzlich zwei Rebhühner vor ihren Füßen aufstoben und ihr Heil in der Flucht suchten. Dass es – nach gut dreißig Jahren – wieder einige wenige Rebhühner in den Fluren gibt, haben sie ihrem Jagdfreund, dem Biobauern Gerhard Munzert aus dem Schwarzenbacher Ortsteil Schönwald zu verdanken. An Trophäen denken die Jäger dabei noch lange nicht, vielmehr an aktiven Naturschutz.

SCHÖNWALD – Die Kinder kennen sie nur noch aus Bilderbüchern, die graubraunen, gedrungenen Hühnervögel, die sich noch in den sechziger Jahren in Scharen an den Feldrändern tummelten. „Die Lieblinge der Bauern“, so wurden die Rebhühner genannt, fraßen sie doch mit Vorliebe die Schädlinge auf den Feldern. Der gefürchtete Kartoffelkäfer gehört zu ihren Leibspeisen.

Und doch war es nicht zuletzt die Landwirtschaft, die den Rückzug der Vögel beschleunigte. Die Kartoffeläcker wurden immer weniger, auf gespritzten Äckern fanden die Vögel keine Nahrung mehr, und nach und nach verschwanden auch die Feldraine und Hecken, die den scheuen und wehrlosen Tieren Unterschlupf boten. Kurzum, mit der Modernisierung der Landwirtschaft und dem damit einhergehenden Verschwinden des kleinräumigen Mosaiks aus Feldern, Wiesen, Brachen und Feldgehölzen wurden die Vögel aus ihren angestammten Biotopen verdrängt. Seit gut und gerne 20 Jahren haben Hartmut Wunderatsch und Günther Ernst, ihres Zeichens Bezirks- und Kreisgruppenvorsitzende im Bayerischen Jägerverband, in ihren Revieren keine Rebhühner mehr gesehen, geschweige denn geschossen, wie beide rückblickend am Montag bestätigten. Rückblickend deshalb, weil die seltenen Hühnervögel seit wenigen Jahren wieder vereinzelt – im Winter in Ketten, wie der Jäger sagt – auftreten. Dies haben die Jäger einzig dem Biobauern und Jagdfreund Gerhard Munzert aus Schönwald zu verdanken, der es sich in den Kopf gesetzt hat, die Tiere bei uns wieder heimisch werden zu lassen. Das Rebhuhnprojekt sucht weit und breit seinesgleichen, und mit Recht sind die Jäger der Kreisgruppe Naila stolz darauf, dass einer der ihren sich so für den Naturschutz ins Zeug legt.

Erste Brut im Jahr 2000

Gerhard Munzert könnte inzwischen wohl ein kleines Buch darüber schreiben, wie mühevoll es ist, einmal verschwundene Tiere erneut anzusiedeln – und wie gut es tut, wenn sie auf einmal wieder zum gewohnten Bild gehören. Seit vielen Jahren versucht der Landwirtschaftsmeister, die richtigen Rahmenbedingungen für die Rebhühner zu schaffen. Dazu gehörte, Hecken zu pflanzen, Feldraine zu erhalten und im Sommer nicht einfach alles abzuernten, sondern kleine Flächen mit Getreide stehen zu lassen, damit die Tiere im Winter darin Nahrung und Unterschlupf finden. Im Jahr 2000 setzte Gerhard Munzert erstmals Rebhühner aus; mit nur mäßigem Erfolg. „Wir haben alle Brutarten durchexerziert. Aber die Küken aus Brutautomaten überlebten in freier Natur ebenso wenig wie die von Zwerghühnern ausgebrüteten Tiere. Nur die so genannten Naturbruten, also in großen Volieren geschlüpfte Küken, lassen in der Wildbahn die nötige Vorsicht walten.“

In diesem Winter hat Gerhard Munzert zwei Rebhuhn-Ketten durchgefüttert. Die Tiere spazierten auf ihrem Weg zur „Schütte“, der Futterstelle im Munzert‘schen Garten, direkt am Wohnzimmerfenster entlang, sehr zur Freude der ganzen Landwirtsfamilie. Die steht geschlossen hinter dem Rebhuhnprojekt des 56-jährigen Landwirtschaftsmeisters, der sich die Liebe zu den scheuen Vögeln schon 2000, 3000 Euro hat kosten lassen. „Ohne meine Familie hätte ich das nicht durchziehen können“, sagt Gerhard Munzert. Sogar seine Enkel haben inzwischen das richtige Gespür für die Tiere entwickelt und freuen sich, wenn jetzt wieder eines in der Nähe des Bauernhofs in Schönwald auftaucht. Vor kurzem haben sie sogar den Hof als Balzplatz gewählt, sehr zur Freude des Biobauern. „Da war vielleicht was los. So ein Schauspiel sieht man wirklich nicht alle Tage.“ Gerhard Munzert denkt, obwohl selbst Jäger, nicht im Traum daran, die Vögel zu bejagen, selbst wenn sie sich wieder stärker vermehren würden. „Ich bin froh, dass sie leben, egal wo“, sagt der Naturschützer, dem es nichts ausmacht, wenn „seine“ Rebhühner in die Nachbarreviere wie in Richtung Windischengrün abwandern, wo Hartmut Wunderatsch schon die ersten Pärchen beobachtet hat. Im Herbst versammeln sich die Tiere dann wieder in Ketten.

Auf Zuschüsse verzichtet

Der Bezirksvorsitzende der Jäger ist voll des Lobes über die Aktion in Schönwald, mit der Gerhard Munzert alle Jäger des Umkreises in Erstaunen versetzt hat. Natürlich schießt auch Wunderatsch jetzt keine Rebhühner. „Aber es würde uns natürlich freuen, wenn wir vielleicht in 20 Jahren wieder vereinzelt Jagd auf die Tiere machen könnten.“

Sozusagen im Namen der Rebhühner muss dennoch gejagt werden. Geschossen werden Fuchs und Dachs, die zu den natürlichen Feinden der Hühnervögel gehören, ebenso Krähen, die gerne die Gelege plündern. Aus diesem Grund empfiehlt Wunderatsch zum Beispiel dem Bund Naturschutz, bei Projekten wie dem in Schönwald die Jäger mit ins Boot zu holen.

Anerkennung zollten dem Landwirt am Montag auch Landtagsabgeordneter Alexander König und stellvertretender Landrat Klaus Adelt, die in dem Zusammenhang darauf hinwiesen, dass solche Aktionen durchaus zuschussfähig seien. Gerhard Munzert hat übrigens keine müde Mark an Zuschüssen bekommen, allerdings auch gar nicht daran gedacht, Fördermittel zu beantragen. Über seine Aktion jedenfalls sind Politiker wie Jäger gleichermaßen erfreut. Und Naturfreunde soundso.

Auf den Punkt brachte es am Montag der Kreisgruppenvorsitzende der Jäger, Günther Ernst: „Gerhard Munzert hat uns alle überrascht. An ihm können sich viele in Sachen Naturschutz ein Beispiel nehmen.“ Diese Auffassung würden die Rebhühner, so sie denn könnten, sicher teilen. In den Fluren um den Hof von Gerhard Munzert fühlen sie sich gut aufgehoben. Quelle: Frankenpost Hof, THOMAS HAMPL

Link Aktueller Artikel in der FP


 

Hubertusjagd in Rodesgrün

 

Gottesdienst mit Pfarrer Welsch - ein Highlight im Vereinsjahr

http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,925076

 

 


 

Hubertusjagd in Lichtenberg

die erste gemeinsame Ansitzdrückjagd (Staatsreviere und Privatreviere) 2010

Hubertusjagd in Lichtenberg 2010

die erste gemeinsame Ansitzdrückjagd (Staatsreviere und Privatreviere) 2010

Im Telegramstil:
- sehr gute Vorbereitung und Durchführung: Großes Kompliment an die Akteure vom Staatsforst!
- effektive Jagdmethodik: 8 Sauen auf ca. 300 ha
- Inaussichtstellung einer Wiederholung: sehr begrüßenswert!

oaldder Naalicher

 


 

 Hubertusjagd 2011 Lichtenberg Christusgrün Döbra

FP Artikel: Link


 

BEGEISTERTE JÄGERINNEN

Der Traum vom eigenen Revier

 

Von Thomas Hampl

Die Jagd als Männerdomäne - das mag für den Bayerischen Landesjagdverband im Großen und Ganzen nach wie vor gelten, auch wenn es immer mehr jagdinteressierte Frauen gibt.

 

Link: http://www.frankenpost.de/nachrichten/naila/art2443,1033667

Der Traum vom eigenen Revier   

               

 

Die Jagd als Männerdomäne - das mag für den Bayerischen Landesjagdverband im Großen und Ganzen nach wie vor gelten, auch wenn es immer mehr jagdinteressierte Frauen gibt.

  
Von Thomas Hampl                  
        
Selbitz/Naila - Die Jagd als Männerdomäne - das mag für den Bayerischen Landesjagdverband im Großen und Ganzen nach wie vor gelten, auch wenn es immer mehr jagdinteressierte Frauen gibt. Für die 33-jährige Betriebswirtin Manuela Zapf-Fränkel aus Selbitz und die 42-jährige Heilpädagogin Michaela Stark aus Naila ist dies aber längst kein Thema mehr. Sie sind beide nicht nur voll berufstätig, sondern seit Jahren begeisterte Jägerinnen - und darüber hinaus ehrenamtlich in der Bayerischen Jägerschaft engagiert. Schließlich ist die Brauchtumspflege für beide Frauen ein wichtiger Bestandteil der Jägerei.

So hat sich Manuela Zapf-Fränkel nicht zweimal bitten lassen, als man ihr das Amt der Beauftragten für junge Jäger in der Kreisgruppe Hof angeboten hat. Und Michaela Stark ist bei der Jägerausbildung in Brunnenthal nicht nur Ausbilderin im Fach Jagdhunde, sondern bläst in der Kreisgruppe Naila der Bayerischen Jägerschaft auch Parforcehorn. Ein Leben ohne die Jägerei können sich die beiden Frauen nicht mehr vorstellen. In ihrer Freizeit dreht sich fast alles um jagdliche Dinge, sei es die Revierpflege, Beschäftigung mit dem Hund, das Parforcehornspielen, die ehrenamtliche Arbeit oder eben die Jagd selbst.

 
Fitnessstudio gekündigt

 "Ich habe inzwischen mein Motorrad verkauft und das Fitnessstudio gekündigt", lacht Manuela Zapf-Fränkel. Leid tut ihr das aber nicht. Das neue Hobby - den Jagdschein hat sie seit zwei Jahren - entschädigt sie für vieles. "Das Schönste an der Jagd ist für mich, im Sommer draußen auf dem Ansitz den Sonnenuntergang zu genießen. Das ist wie Urlaub."

Michaela Stark sieht das ähnlich, und doch sind sich beide Frauen auch der Verantwortung bewusst, die eine Jägerin in ihrem Revier hat. Das betrifft in erster Linie den Naturschutz, für den in einer Kulturlandschaft wie im Frankenwald auch die Regulierung des Wildbestandes zählt. Und das ist genau der Knackpunkt, warum Jäger oder Jägerinnen von selbsternannten Tierschützern manchmal angefeindet werden.

Michaela Stark, die schon als Kind mit auf die Jagd ging und den Jagdschein ein paar Jahre länger als ihre Kollegin hat, musste sich schon einiges von Jagdgegnern anhören. Doch darüber steht sie. "Leute, die mich anmachen, weil sie glauben, dass sie bessere Menschen sind als ich, aber ihr Schnitzel oder ihr Wild im Supermarkt holen, können mich nicht beeindrucken."

"Solche Menschen sollten sich erst einmal darüber klar werden, dass die Jägerei viel mehr ist als der Abschuss von Tieren", fügt Manuela Zapf-Fränkel hinzu. "Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht so viel lernen müssen wie für den Jagdschein", betont die Diplom-Betriebswirtin. "Die Jagdprüfung wird nicht zu Unrecht als das ,Grüne Abitur' bezeichnet, eine zusätzliche Fremdsprache eingeschlossen." Damit meint sie natürlich nicht das Jägerlatein, sondern die Jägersprache. Die klingt in den Ohren eines Laien in der Tat befremdlich. Aber den Frauen ist sie längst in Fleisch und Blut übergegangen. So wird der Hund geschnallt oder abgeführt, die Sau abgeschwartet, das Reh aus der Decke geschlagen und der Aufbruch kommt in den Luderschacht.

 
Luderschacht

 Letzteres mag für manche unappetitlich klingen, ist aber eben auch Bestandteil der Jägerei. "Als Jägerin muss man lernen, ein Tier auszunehmen. Für mich ist da nichts Ekelhaftes dabei, ein geschossenes Reh aufzubrechen", betont die Selbitzer Jägerin und ihre Nailaer Kollegin pflichtet ihr bei.

Auch den Ehemännern der zwei Jägerinnen sind solche Dinge nicht fremd: Norbert Stark geht zwar nicht selbst jagen, weiß aber als Landwirt sehr wohl, wie wichtig die Jäger für die Bauern sind. Und Manuela Zapf-Fränkels Mann Alexander Zapf hat den Jagdschein zusammen mit seiner Frau gemacht und geht selbst mit hinaus ins Revier.

Ein eigenes Revier ist übrigens der Traum beider Frauen. Doch solange sie berufstätig sind - die eine arbeitet zu Hause im Familienbetrieb, die andere leitet eine Kindertagesstätte - müssen sie sich darauf beschränken, anderen Jagdpächtern bei der Arbeit zu helfen. "Wenn ich mehr Zeit hätte, wäre das Erste ein zweiter Hund", sagt die Selbitzerin, bevor ihr noch ein wichtiger Aspekt der Jägerei einfällt. "Wer Jäger werden will, muss lernen, viel Geduld zu haben."

 


 

Geschichte der Jagd