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Jäger als Landwirte - Versuchspflanzung der "Durchwachsenen Silphie"

Liebe Kreisgruppenmitglieder,

 
wie Ihr sicher schon aus der Presse entnehmen konntet haben die Kreisgruppen Münchberg und Naila eine Versuchspflanzung der "Durchwachsenen Silphie" angelegt.
Die Fläche beträgt ca. 1,2 h.
Zweck ist es, eine Alternative zu Mais für Biogasanlagen zu erproben.
Die Investitionskosten hat der BJV übernommen.
Die Auswirkung auf Umwelt und Wildtiere erforscht die Hochschule Hannover.
Die Pflege, Düngung und Ernte übernimmt der Grundstücksbesitzer und Biogasanlagenbetreiber Herr Dietel.
 
 
Der Standort "hinter dem Umspannwerk bei den Windkrafträdern" ist aus der unten stehenden Skizze zu entnehmen.
Gelb ist die Straße von Helmbrechts nach Münchberg eingezeichnet, orange die Autobahn, Ausfahrt MÜB -Nord, grau das Umspannwerk und die Hochspannungsleitungen.
 
Anfahrt: Von der Staatsstraße Helmbrechts ->MÜB St 2194 links ab Richtung Gottersdorf, sofort wieder rechts auf dem Radweg entlang des Umspannwerkes "zurück" und unmittelbar hinter dem Umspannwerk links, dem Wirtschaftsweg bis zum Wald folgen. Mitte des Waldes links (am besten zu Fuß) ca.50 m.
 

Interessierte können sich gerne die Entwicklung unserer Versuchspflanzung regelmäßig ansehen.

Mit freundlichem Gruß und Waidmannsheil

 

Stefan Eul
Schriftführer BJV, KG Naila

Neuester Stand: http://www.frankenpost.de/lokal/muenchberg/mhtz/Es-muss-nicht-immer-Mais-sein;art2441,2086193

  

… anbei Bilder unseres Projektes der „Silphie Alternativ Pflanze“. Keine Maiswüste mehr, die Ökologie stimmt, sieht gut aus, keine Wildsau kann mehr Schaden anrichten und die Fläche bringt 15 Jahre Ertrag ohne das Feld jährlich zu bearbeiten, sähen usw. Ich lade Sie gerne mal zur Besichtigung ein. Gefördert durch den BJV. Auch so kann Landwirtschaft und Energie-Pflanzen-Anbau harmonieren.
Mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil
Günther Ernst Vorsitzender der BJV Kreisgruppe Naila

 

 

offener Brief an den
Bayerischen Staatsminister für
Landwirtschaft Herrn Helmut Brunner
anlässlich des Besuchs des Silphium-Feldes in Münchberg am 2.9.2013

Silphium-Kulturen und ihre mögliche Förderung durch das bayerische KULAP

Sehr geehrter Herr Minister Brunner,

die Produktion von Biogas ist in Deutschland äußerst „maislastig“. Mais ist zwar die wichtigste und bislang ertragreichste Bioenergiepflanze, sein Anbau ist jedoch mit einigen ökologischen Problemen verbunden.

Maiskulturen sind neben Zuckerrüben bekanntlich die stärksten Humus-zehrenden landwirtschaftlichen Kulturen. Da Humus für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit unerlässlich ist, ist es besser, Kulturen anzulegen und zu fördern, die positive Humus-bilanzen aufweisen.
Die 15-20jährige Dauerkultur der Becherpflanze (Silphium) erbringt positive Humusbilanzen: Durch die entsprechende Bodenruhe, den Bestandesstreuabfall und die Düngung mit Restgülle wird wieder Bodenhumus aufgebaut und verbessert damit auch devastierte Böden nachhaltig.

Silphium-Kulturen wachsen alljährlich früh heran und bedecken bereits im April die Ackerfläche vollständig. Sie bieten daher bereits zu Beginn der Vegetationsperiode Wildtieren der Ackerfluren (Rebhuhn, Fasan, Feldhase, Reh) ausreichend Deckung in einer ansonsten äußerst deckungsarmen Jahreszeit.
Maiskulturen, so zeigte es sich wieder in diesem Frühjahr dramatisch, sind stark erosions¬gefährdet. Die damit verbundenen Nährstoffausträge schädigen Bäche und Flüsse und eutrophieren das Grundwasser.

Durch das hohe Nährstoffaneignungsvermögen der Becherpflanze infolge ihres ausge-dehnten, ganzjährig lebenden Wurzelsystems und den frühen Bestandesschluß (erosions¬hemmend) werden in diesen Dauerkulturen Stoffeinträge in Grund- und Oberflächenwasser weitgehend eliminiert.

Im Gegensatz zum Mais kommen Silphium-Kulturen ohne chemischen Pflanzenschutz aus. Ebenso sind tierische Schädlinge bei der dieser Kultur nicht bekannt, wohingegen beim Mais die allmähliche Zunahme tierischer Schädlinge dokumentiert ist (Maiswurzelbohrer, Maiszünsler) und bei zunehmender Klimaerwärmung noch erhebliche Probleme aufwerfen wird.
Die Becherpflanze wird von Wildschweinen nicht als Nahrungsressource genutzt, trägt also nicht zur Vergrößerung der Wildschwein-Population bei.
Becherpflanzen bieten Honigbienen (und vielen anderen Insekten) eine äußerst willkommene Spättracht, da sie von Juli bis September blühen und reichlich Pollen sowie Nektar produzieren.

Alles in allem ergeben sich bei der Substitution von Mais durch die Becherpflanze zahlreiche positive Umweltwirkungen insbesondere für den Gewässerschutz, den Bodenschutz und die Biodiversität.

Die Reduzierung des Maisanteils auf den Ackerflächen und ihr teilweiser Ersatz als Biogas-Cosubstrat durch die Becherpflanze sollte daher aus ökologischen und landeskulturellen Gründen bayernweit gefördert werden. In Deutschland und auch in Bayern hat sich inzwischen ein solides Erfahrungswissen zum Anbau von Silphium akkumuliert (siehe: www. becherpflanze.de u.v.a. Internetquellen). Die Becherpflanze ist somit aus der Erprobungs¬phase herausgetreten. Ihre Wirtschaftlichkeit ist bei mindestens 6jähriger Kulturdauer nachgewiesen.
Einzig ist die Anlage der Kulturflächen noch verhältnismäßig kostspielig, da diese derzeit mit vorgezogenen Steckpflanzen erfolgt. Bei einer Pflanzenanzahl von 20.000/ha ist mit rund 3500,- € pro ha zu rechnen. Viele Landwirte scheuen diese finanzielle Vorleistung, zumal im ersten Jahr noch keine Nutzung erfolgt.

Das bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) wurde begründet, um den Wasser- und Klimaschutz sowie die Erosionsvermeidung zu forcieren.
„Damit sollen unsere natürlichen Lebensgrundlagen und die Umwelt geschützt sowie die Artenvielfalt erhalten werden.“ (Zitat aus den KULAP-Richtlinien).
Becherpflanzen-Kulturen mit ihren vielen ökologischen Vorteilen sind somit prädestiniert für genau diese umweltpolitischen Ziele, die das bayerische KULAP propagiert. Da beispiels¬weise die Anlage von Blühstreifen zeitweise durch das KULAP gefördert wurde, wäre Gleiches auch für Becher¬pflanzenkulturen denkbar.

Zusammen mit den beteiligten Landwirten, Biogasanlagenbetreibern, Wissenschaftlern, Imkern und Jägern Nordost-Oberfrankens erlauben wir uns daher, Sie, sehr geehrter Herr Staatsminister Brunner, zu bitten, bei der aktuellen Neugestaltung des bayerischen KULAP einen innovativen Schritt zu unternehmen durch Einführung einer neuen Fördermaßnahme, die die Anlage von Becherpflanzen-Dauerkulturen finanziell unterstützt. Über die Ausge¬staltung dieser Fördermaßnahme wären natürlich noch eingehende Diskussionen mit Experten erforderlich über Höhe, Dauer, Gesamtumfang etc.

Gerne stehen wir Ihnen für weitergehende Erläuterungen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
- Dr. P. Gerstberger - Lehrstuhl für Pflanzenökologie Uni Bayreuth

 


 

Pressemitteilung 12.8.2016
Gudrun Brendel-Fischer: Becherpflanze ist Energiepflanze der Zukunft – Anbau besser fördern
„Die Becherpflanze ist die Energiepflanze der Zukunft“, erklärt Gudrun Brendel-Fischer, stellvertretende Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, nach einem Treffen mit Vertretern der Regierung von Oberfranken, örtlichen Landwirten und Vertretern von Zweckverbänden. „Wir wollen den Anbau der Biogasfrucht bayernweit besser fördern.“
Bei der Becherpflanze – bekannt auch als Durchwachsende Silphie (Silphium perfoliatum) – handelt es sich um eine mehrjährige Energiepflanze, die als Maisalternative zur Biogasgewinnung eingesetzt werden kann. Die bisherigen Praxiserfahrungen in Oberfranken zeigen demnach, dass beim Anbau der Becherpflanze ein verbesserter Erosionsschutz, eine verringerte Nitratauswaschung ins Grundwasser sowie Vorteile beim Artenschutz im Vergleich zu herkömmlichen Biogasfruchtfolgen erreicht werden können. „Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsminister und der Umweltministerin streben wir eine Anrechenbarkeit der Becherpflanze beim Greening an. “, so Brendel-Fischer. Greening wird von der Europäischen Union vorgeschrieben und umfasst den Erhalt von Dauergrünlandflächen wie Wiesen und Weiden, eine größere Vielfalt beim Anbau von Feldfrüchten sowie die Bereitstellung von sogenannten ökologischen Vorrangflächen auf Ackerland.
„Außerdem suchen wir nach Fördermöglichkeiten in bestehenden Förderprogrammen“, ergänzt die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Unser Ziel ist es, die Becherpflanze nach den guten Erfahrungen in Oberfranken auch im Rest des Freistaates als Alternative zu anderen Biogasfrüchten zu etablieren. Ein Weg dahin könnte auch die Förderung eines gemeinsamen Demonstrationsprojekts mit detaillierteren Untersuchungen zu den langfristigen Umweltvorteilen sein. Solch ein Projekt wollen wir nun prüfen.“
Pressekontakt:Franz Stangl Pressesprecher

Antwort:

Sehr geehrte Frau Brendel-Fischer, wir freuen uns, dass Sie die nachwachsende Silphie als die Energiepflanze der Zukunft ansehen. Deshalb haben die BJV Kreisgruppen Naila und Münchberg schon vor Jahren , eben auf diese Vorzüge hingewiesen .Zusammen mit dem Landesjagdverband Bayern wurde dieses Pilotprojekt in Gottersdorf bei Münchberg umgesetzt. In diesem Jahr ernten wir zum 5. Mal diese wunderbare Pflanze. Zusammen mit dem Landwirt Bernd Dietel aus Gottersdorf, der eine Biogasanlage betreibt wird geerntet und auch alles ausgewertet. Herr Dietel hat eine Fläche zur Verfügung gestellt, auf der wir damals ca. 45 000 Pflanzen selbst gesetzt haben. In diesem Jahr haben wir anschließend auf einer Fläche ca. 2 ha die Silphie gesät. Sie kommt sehr gut. Man kann sogar beim Säen der Pflanze z.B.eine Untersaat mit ausbringen, damit man auf der selben Fläche bereits im ersten Jahr einen Ertrag hat, weil die gesäte Silphie im ersten Jahr nur eine Blattrosette  bildet und dann im nächsten Jahr Ertrag bringt. Der Landesjagdverband Bayern hat diese  beiden Maßnahmen aus Mitteln der Jagdabgabe großzügig gefördert. Ich bin mir sogar sicher, wenn in den betroffenen Gebieten in Niederbayern, die heuer unter diesen Wassermassen litten- der Maisanbau-war da eine der großen Ursachen, in Zukunft mit der Silphie gearbeitet wird, werden wir solche Katastrophen nicht mehr in diesem Ausmaß erleben. Gerne laden wir Sie und entsprechende Mitglieder des Landtages oder des Landwirtschaftsausschusses nach Gottersdorf zur Besichtigung ein. Aus meiner Sicht, sollten oder müssen die Wasserwirtschafts Ämter sich damit befassen. Es ist eine gleichwertige Alternative zum Mais.
Auf der Homepage der BJV Kreisgruppe Naila können Sie den Anfang des Projektes ansehen .Auch der BR mit der Sendung ,,Unser Land,, hat bereits zwei Mal darüber berichtet. Auch unser hiesiger Abgeordneter Alexander König begleitet dieses Projekt seit Jahren.
Mit freundlichen Grüßen Günther Ernst Ehrenvorsitzender der BJV Kreisgruppe Naila, Mitglied im Landesausschuss des BJV

 


Besuch von Hubert Aiwanger
Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Freie Wähler, der Partei Bundesvereinigung Freie Wähler, Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern (Vorsitzender des Landesverbandes der Freien Wähler in Bayern e. V. und der Freien Wähler-Wählergruppe) sowie Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag und Erster Vorsitzender der Kreisgruppe Rottenburg des Bayerischen Jagdschutz-Verbandes, Mitglied im Landesausschuss des Bayerischen Jagdverbandes.

Der Ergoldsbacher Agraringenieur FH Aiwanger (wohnt in Rahstorf ) kam nach Naila/Münchberg um die Projektentwicklung "Silphie" in den drei Phasen:

  1. als Pflänzchen gesteckt,
  2. als Korn gesät,
  3. als Mais-Untersaat eingebracht

unmittelbar vor Ort zu begutachten und sich als profunder Fachmann von den anwesenden Akteuren (Bauern und Jäger) weitere Informationen direkt einzuholen. (w.w. Fotos/webtext)

  

 

 

Silphie soll den Mais ersetzen
Die Energiepflanze bietet viele Vorteile. Davon hat sich nun Hubert Aiwanger überzeugt. Er besichtigte die Anbauflächen im Raum Münchberg.
Von Ronald Dietel, FP 5.9.16

Einmal angesät, kann die Bioenergiepflanze Silphie schon im zweiten Jahr wie Mais mit dem Feldhäcksler geerntet werden. Sie treibt jedes Jahr aufs Neue aus - und das bis zu 20 Jahre lang. Durch ihr weit verzweigtes Wurzelwerk verhindert sie den Bodenabtrag. Zudem sind insgesamt nur ein bis zwei Düngungen notwendig.
 
Gottersdorf/Mussen - Die Initiative ging vor sechs Jahren von den Jägerschaften Münchberg und Naila aus: Zwei Landwirte bauen im Münchberger Raum die Bioenergiepflanze Silphie an. Nun hat der Landtagsabgeordnete Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler und Vorsitzender der Fraktion im Landtag, die Flächen besichtigt. Gekommen war er in dreifacher Mission: als Politiker, Jäger und Landwirt.

Die damaligen Vorsitzenden der Jägerschaften, Heinz Kammerer, Münchberg, und Günther Ernst, Naila, wollten mit Silphie den hier weit verbreiteten Mais als Material für Biogasanlagen ersetzen und Schäden durch Schwarzwild verhindern. Deshalb gibt es finanzielle Mittel des Bayerischen Landesjagdverbandes. Der Anbau auf acht Feldern der Landwirte Bernd Dietel, Gottersdorf, und Jürgen Wolfrum, Mussen, erfolgte in Zusammenarbeit mit der Thüringer Saatgutanstalt und wird wissenschaftlich begleitet. Auch die Universität Bayreuth ist mit im Boot.

Die Pflanze wird einmal gesät und wächst dann bis zu 20 Jahre lang jedes Jahr neu. Ihr genügt in dieser Zeit ein- bis zweimaliges Behandeln mit Spritzmitteln. "Silphie soll den Mais auf weniger ertragreichen und auf erosionsgefährdeten Flächen ersetzen", erklärte Kammerer. "Wir wollen einer ökologisch wertvolleren Pflanze zur Akzeptanz verhelfen." In diesem Jahr sind die Silphie-Felder erstmals mit der Maschine gesät worden; zuvor wurden gezogene Pflanzen ausgebracht. Die Feldbestellung übernahm die Bonner Universität mit einer Sämaschine.

Laut Kammerer dient die Pflanze während der Blüte als Nahrung für Insekten, hauptsächlich Bienen. Und das Silphie-Feld weise im Gegensatz zum Mais keine Schäden durch Wildschweine auf. Da die Ackerfläche stets mit der Pflanze bedeckt ist, gibt es keinen Bodenabtrag. Weil nur zu Beginn geringe Mengen an Spritzmitteln eingesetzt werden, gelangen weniger schädliche Substanzen ins Grundwasser. Diese Vorteile haben sich unter den Landwirten herumgesprochen. Das Interesse steige, sagte Kammerer.

Günther Ernst betonte, dass Biogasanlagen viel Mais benötigen, das schaffe Monokulturen; Maisfelder seien beliebte Aufenthalts- und Fressorte für Wildschweine, was mit Schäden einhergehe. Damit sei Schluss, denn die Wildschweine mögen die neue Pflanze nicht. "Wir Jäger sind von Silphie überzeugt und hoffen auf ihre Verbreitung", sagte er.

Landwirt Jürgen Wolfrum aus Mussen lobte den ökonomischen Nutzen. Der Feilitzscher Frank Hick meinte: "Die neue Pflanze eignet sich hervorragend für Felder, die schwierig zu bearbeiten sind." Aiwanger sprach von einer Pionierarbeit der Jägerschaften. Er sieht drei Einsatzgebiete: Energieerzeugung, Hochwasserschutz und den ökologischen Nutzen. Aiwanger sagte: "Agrarpolitisch muss der Silphie zum Durchbruch verholfen werden." Dafür wolle er sich einsetzen.

Agrarpolitisch muss der Silphie-Pflanze zum Durchbruch verholfen werden.
Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender Freie Wähler
 
Silphie soll den Mais auf weniger ertragreichen sowie erosionsgefährdeten Flächen ersetzen.
Heinz Kammerer, Ehrenvorsitzender der Jägerschaft Münchberg
 
Wir Jäger sind von der Silphie überzeugt und hoffen auf eine weitere Verbreitung.
Günther Ernst, Ehrenvorsitzender der Jägerschaft Naila
 
Die "durchwachsene Silphie"
Die Energiepflanze ist ein ausdauernder Korbblütler, der im ersten Jahr nur eine bodenständige Rosette bildet. Bereits im zweiten Jahr treibt sie ab April bis zu 3,50 Meter hohe, vierkantige Stängel aus. Jede Pflanze bildet drei bis zehn Stängel. Im Juli beginnt die Silphie zu blühen und erlangt im September Samenreife. Sie wächst jedes Jahr neu - und das bis zu 20 Jahre lang.

Zu den ökologischen Vorteilen zählt der Erosionsschutz durch ganzjährige Bodenbedeckung. Die Pflanze weist durch ihr bis zu zwei Meter tief reichendes, verzweigtes Wurzelwerk eine sehr gute Wasser- und Nährstoffausnutzung auf. Durch den geringen Stickstoffbedarf ist der Anbau auch in Wasserschutzgebieten möglich. Die Silphie erhöht die Agrobiodiversität und den Humusgehalt des Bodens. Während der Standzeit ist keine Bodenbearbeitung nötig. Die lange Blütezeit zwischen Juli und September liefert Insekten und Bienen Nahrung. Das trägt mit zu einem attraktiven Landschaftsbild bei.

Auf Initiative von Heinz Kammerer (Jägerschaft Münchberg) und Günther Ernst (Naila) wurde mit dem Silphieanbau hier vor sechs Jahren begonnen.
(Quelle: FP, 5.9.16 http://www.frankenpost.de/lokal/muenchberg/mhtz/Silphie-soll-den-Mais-ersetzen;art2441,5063477 )

 

 


 

 

TV-Beitrag: Unser Land (11.09.2015)

Die gelb blühende Pflanze "Silphium perfoliatum", kurz Silphie oder auch Becherpflanze genannt, wird bis zu drei Meter hoch. Sie wächst mehrjährig, ist robust und eignet sich als Fütter für die Biogasanlage - eine Alternative zu Mais?

 

video:  http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unser-land/becherpflanze-silphie-100.html#tab=bcastInfo&jump=tab
Moderation: Christine Schneider
Autor: Ulrich Detsch
Redaktion: Christine Schneider, Margit Lendzian

 

Video: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/unser-land/becherpflanze-silphie-100.html#tab=bcastInfo&jump=tab